Besonderer Nachwuchs im Aquarienhaus Schönbrunn

Tierpfleger-Tagebuch aus Schönbrunn - nur hier bei "HeuteTierisch"
Tierpfleger-Tagebuch aus Schönbrunn - nur hier bei "HeuteTierisch"Tiergarten Schönbrunn
Roland Halbauer zeigt dir exklusiv vor allen Zoobesuchern die neuesten Harlekingarnelen in Schönbrunn.

(Text von Roland Halbauer, Aquarienhaus-Revierleiter im Tiergarten Schönbrunn)

Ich möchte euch gerne eine neue Besonderheit bei uns im Aquarienhaus zeigen. Besser gesagt im Keller des Aquarienhauses, denn noch sind die Tiere nicht für die Besucher zu sehen. Aber in Kürze! Ich zeige sie euch sozusagen exklusiv. Es sind Harlekingarnelen: Ihr lustiger Name stammt von ihrer auffälligen Färbung. Sie sind weißlich mit einem rosafarbenen bis blauen Muster. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Hymenocera picta. Wer zu Hause ein Meerwasseraquarium hat, kennt diese Garnelenart vielleicht.

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Harlekingarnelen fressen ausschließlich Seesterne

Die zierlichen Tiere sind zwischen zwei und fünf Zentimeter groß. Die Männchen sind etwas kleiner als die Weibchen. Harlekingarnelen kommen im Indischen und Pazifischen Ozean vor. Sie haben eine echte Besonderheit: Sie sind Nahrungsspezialisten und fressen ausschließlich Seesterne. Alle zwei Wochen verdrücken die Garnelen einen Seestern mit einem Durchmesser von rund 10 Zentimeter. In vielen Meerwasseraquarien kommt es oft zu einer Plage von kleinen Gänsefußseesternen. Harlekingarnelen werden dann oft als natürliche Fressfeinde zur Dezimierung der Seesterne eingesetzt. Ist die Plage vorüber, muss gezielt mit anderen Seesternen gefüttert werden.

Larven sehen wie kleine Hubschrauber aus

Uns ist nun zum ersten Mal die Nachzucht gelungen. Und jetzt haben wir es sogar geschafft, dass unsere Nachzucht noch einmal Nachwuchs bekommen hat – wir haben also sogar Harlekingarnelen zweiter Generation.

Harlekingarnelen leben monogam als Paar. Die Eier werden an die Schwimmbeinchen des Weibchens geheftet, die sich an der Unterseite in der Bauchgegend befinden. Bis zum Schlupf werden sie beschützt durch das Weibchen herum getragen. Die Larven sehen wie kleine Hubschrauber aus und ernähren sich noch von Zooplankton. Nach fünf Wochen wandelt sich die Larve zur Baby-Harlekingarnele um, die ab diesem Zeitpunkt nur mehr Seesterne frisst. Wir haben jetzt über 30 Kleine und geben auch bereits welche an andere Aquarienhäuser in Europa ab.

Ich freue mich schon darauf, wenn ihr die Harlekingarnelen dann bei uns im Aquarienhaus sehen könnt. Ein bisschen lassen wir sie noch wachsen und dann seht ihr die zierlichen Schönheiten im Becken bei den Seepferdchen. 

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