Frisch geschlüpftes Küken im Regenwaldhaus

Das Tierpfleger-Tagebuch aus Schönbrunn - nur hier bei "HeuteTierisch"!
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Ganz besonderer Nachwuchs in Schönbrunn! Das erste Mal seit acht Jahren erblickt ein Mähnentauben-Küken im Tiergarten das Licht der Welt.

(Text von Isabella Zahlbrecht, Tierpflegerin im Regenwaldhaus)

Unser Regenwaldhaus zeigt auf 1.700 Quadratmetern einen Ausschnitt eines südostasiatischen Regenwaldes. Hier ist am 15. Juni ein ganz besonderes Küken geschlüpft: eine Mähnentaube. Seit acht Jahren leben die Mähnentauben bei uns Tiergarten, und jetzt gibt es endlich die erste Nachzucht. Wir sind sehr glücklich darüber.

Für mich persönlich ist die Mähnentaube aufgrund ihres wunderschönen Gefieders ganz besonders.

Es ist metallisch glänzend, und der Täuber hat eine wunderschöne, lange Mähne – noch länger als die der Täubin. Deshalb wird die Mähnentaube auch Kragentaube genannt. Beim Balzen sieht man richtig, wie er die Mähne hebt.

Männchen oder Weibchen? Man weiß es noch nicht

Das Jungtier ist schon recht groß. In etwa zwei Wochen wird es ausfliegen. Die Brutdauer bei den Mähnentauben beträgt rund 30 Tage. Nach fünf bis sechs Wochen verlässt das Jungtier das Nest. Wir hoffen natürlich, dass die Eltern das Kleine langsam darauf vorbereiten. Fein wäre, wenn es anfangs einmal neben dem Nest sitzt und erst später dann von einem Baum zum nächsten fliegt. Wenn das Jungtier adult ist, möchten wir gerne eine Federprobe nehmen, um das Geschlecht zu bestimmen. So können wir dann einen Partner für das Tier finden.

Mähnentauben sind in ihrer Heimat gefährdet

Mähnentauben sind eigentlich Koloniebrüter. Wir halten derzeit nur ein Pärchen. Aber später können wir dann vielleicht auch einmal eine Kolonie in unserem Regenwaldhaus zeigen. Die Mähnentaube ist in Südostasien heimisch, u.a. auf den Philippinen und auf Neu Guinea. Dort ist sie aber gefährdet. Gründe dafür sind die Zerstörung ihres Lebensraumes und auch der illegale Vogelfang. In Zoos wird sie aber häufig gehalten und auch gezüchtet. Wir sind stolz darauf, dass auch bei uns nun ein Jungtier geschlüpft ist.

Regenwaldhaus, Paradies für Vögel

Insgesamt leben im Regenwaldhaus 16 Vogelarten, 14 sind im Haus für die Besucherinnen und Besucher sichtbar. Es gibt sehr viele Futterstellen, damit wirklich alle genug Futter finden und keiner zu kurz kommt. Die Zubereitung des Futters ist sehr aufwändig. Wir schneiden große Mengen an Obst in 5 Millimeter bis 1 Zentimeter große Stücke. Allein dafür brauchen wir jeden Tag eine Stunde. Das kleingeschnittene Obst ist beispielsweise für die Brillenvögel und für die Blaukrönchen. Die größeren Früchte sind für die Zweifarbenfruchttauben. Wir bieten auch Nektar an, der hauptsächlich für die Brillenvögel gedacht ist. Und natürlich jede Menge Steckobst, Grünzeug wie Löwenzahn und Insektenschrot sowie Weichfutter.

Meistens Früchte - manchmal auch Ei oder Insekten

Die Futterschüsseln am Boden sind für die Körnerfresser. Dazu zählen zum Beispiel die Straußwachteln und eben auch die Mähnentauben. Mähnentauben halten sich vor allem am Boden auf. Sie fressen hauptsächlich Sämereien und Früchte. Wir geben aber auch immer ein bisschen Tierisches – Ei, Topfen oder ein paar Insekten – dazu.

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