Besorgnis im Netz:"Landes-Lockdowns spalten Österreich"

Während das Burgenland aufsperrt, bleiben Wien und NÖ im Lockdown
Während das Burgenland aufsperrt, bleiben Wien und NÖ im Lockdownpicturedesk / "Heute"-Montage
Wien und NÖ bleibt im Lockdown, das Burgenland sperrt auf – im Netz zeigt man sich besorgt über die Implikationen für die Bevölkerung. 

Zu Ostern wurde der Osten Österreichs in den Lockdown geschickt, gleichermaßen um die hohen Corona-Zahlen zu reduzieren und um vermehrte Ansteckungen bei Oster-Festen vorzubeugen. Stück für Stück wurde der harte Lockdown dann ausgeweitet, erst bis 11., dann bis 18. April. 

Am Montag verkündete Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), die Wiener müssen noch eine weitere Woche im Komplett-Shutdown durchhalten. Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) zog prompt mit Niederösterreich nach und ließ die Länge des Lockdowns noch offen. Für das Burgenland kam eine überraschende Wende: Am Mittwoch verkündete Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ), der Lockdown gehe nicht in die Verlängerung

Diskussion um Intensivbetten

Online schmeckte es einigen Usern nicht, dass das Burgenland als Teil des Lockdown-Trios im Osten nun aus der Reihe tanzt. Die Aufsperr-Ankündigung sorgte für gleichermaßen viel Beifall, Missgunst und Besorgnis. Öffnungsschritte würde man prinzipiell begrüßen, allerdings nur, wenn diese die Sicherheit der Bevölkerung nicht gefährden.

Viele User sprachen ihre Bedenken dabei aus, Lockdowns zur Ländersache zu machen. Die unterschiedlichen Maßnahmen in den Bundesländern sorgen für eine Spaltung Österreichs, gehässige Kommentare über das Nachbarland ließen nicht lange auf sich warten. Einige User warfen Doskozil eine populistische Entscheidung vor.

Große Besorgnis herrschte auch über die Fairness dieser Entscheidung gegenüber den anderen Bundesländern. Laut offiziellen Zahlen waren die Intensivbetten im Burgenland zu 75 Prozent belegt. "Wenn das Burgenland aufsperrt, sollte kein Burgenländer auf einer Wiener Intensivstation aufgenommen werden", kommentierte ein Facebook-User. 

Öffnungsschritte nicht ohne Plan

Die Öffnung im Burgenland sei nach Angaben des Landeshauptmannes nur möglich, weil es gelang, die Inzidenzzahl massiv zu senken. Aktuell beträgt die 7-Tages-Inzidenz 185 Neuinfektionen. Hans Peter Doskozil sagt dazu: "Durch die gesetzten Maßnahmen und die Disziplin sowie den Zusammenhalt der Burgenländerinnen und Burgenländer konnte das Infektionsgeschehen stabilisiert werden."

Die Öffnung soll nun mit Hilfe des Public-Health-Experten der MedUni Wien, Hans Peter Hutter wissenschaftlich begleitet werden. In Betrieben, Schulen und Kindergärten soll außerdem vermehrt getestet werden. 

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