Leserin Martina S. (63) reicht es. Die Wienerin aus Liesing war Sonntag mit ihrem Enkerl im Zoo Schönbrunn unterwegs, wollte dort eine gute Zeit verbringen. Doch der gemütliche Sonntagsausflug wurde von einer schlimmen Beobachtung überschattet. Denn nicht alle Besucher behandelten die vierbeinigen Bewohner im Zoo Schönbrunn mit Respekt.
"Da war eine Jugendgruppe, die die Ziegen mit Holzstöcken bedrängte", erzählt die Frau. "Es waren rund zehn bis zwölf Burschen, ungefähr 12 bis 14 Jahre alt." Sie dürften Migrationshintergrund haben. Der Vorfall soll sich beim Streichelzoo zugetragen haben.
Die Wienerin schlug sofort Alarm. "Ich habe sofort einer Mitarbeiterin Bescheid gesagt." Laut der Angestellten soll so etwas nicht zum ersten Mal vorgekommen sein. "Sie hat gesagt, sie war schon fünf Mal da!", so die Besucherin. Sie sei die Einzige gewesen, die der Mitarbeiterin Bescheid gab. "Es traut sich einfach niemand mehr, etwas zu sagen, weil es eskalieren könnte. Niemand will Ärger", erklärt sich Martina S. die Tatenlosigkeit anderer Besucher.
Die belästigten Ziegen wurden bei dem Vorfall vermutlich gestresst, angeblich aber nicht verletzt. Die Jugendlichen verzogen sich, im Zoo ist man alarmiert. "Das Wohl unserer Tiere steht für uns an oberster Stelle. Selbstverständlich nehmen wir solche Meldungen sehr ernst und dieser Vorfall wird gerade sorgfältig geprüft", so eine Sprecherin auf Anfrage von "Heute".
"Es war mitten im Zoo, so etwas geht gar nicht", ärgert sich die Besucherin, die nicht als ausländerfeindlich gelten will. "Ich habe 25 Jahre lang beim Roten Kreuz gearbeitet – es gibt auch andere."
Wenn Tiere durch Besucher belästigt oder gefährdet werden, solle man das sofort melden. Der Zoo setzt stark auf die Sicherheit seiner Schützlinge – die Polizei wurde aber am Sonntag nicht eingeschaltet. "Bei der zuständigen Polizeiinspektion liegt keine Anzeige auf", so eine Sprecherin der LPD Wien auf Anfrage.