Militärbasis gestürmt

Bewaffnete entführen Dutzende Dorfbewohner in Nigeria

Bewaffnete Gruppen haben in Nigeria erneut zahlreiche Menschen entführt und Militärstützpunkte angegriffen, mehrere Tote wurden gemeldet.
Newsdesk Heute
03.08.2026, 17:35
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Bewaffnete haben laut Zeugen zuerst eine Militärbasis in einem Außenbezirk überfallen. Sie stahlen dort Gewehre und setzten ein Armeefahrzeug in Brand. Danach sind sie ins Dorf Kasuwar Daji gezogen und haben dort Dutzende Menschen verschleppt.

Ein Dorfbewohner, dessen zwölfjährige Tochter unter den Entführten ist, erzählte: "Zuerst entführten sie mehr als 100 Menschen", bevor einige wieder freigelassen wurden. Ein weiterer Einwohner berichtete: "Die Bewaffneten zogen von Haus zu Haus und nahmen viele Menschen mit." Er fügte hinzu: "Sie entführten zwei der Frauen meiner Söhne und nahmen auch zwei Mädchen im Teenageralter aus der Familie mit." Beide Zeugen gaben an, dass insgesamt 52 Menschen entführt wurden, wie NTV berichtet.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Soldat und Polizist getötet

Die Soldaten der angegriffenen Militärbasis wurden laut Berichten nicht verschleppt. Armeesprecher Olaniyi Osoba erklärte, die Truppen hätten den Angriff auf den Stützpunkt "erfolgreich" abgewehrt. Dabei wurden allerdings ein Soldat und ein Polizist getötet. Osaba machte "Terroristen" für den Angriff verantwortlich. Die Regierung von Nigeria verwendet diesen Begriff für unterschiedliche bewaffnete Gruppen in der Region.

Auch ein Dorf im Nachbar-Bundesstaat Skoto wurde Opfer eines Angriffs. Beim Überfall auf Sabon Birni nahe der Grenze zu Niger kamen laut einem Bewohner elf Menschen ums Leben.

Entführungen sind in Nigeria eine wichtige Einnahmequelle für bewaffnete Gruppen. Sowohl Dschihadisten im Nordosten als auch kriminelle Banden, die im Nordwesten als "Banditen" bekannt sind, verschleppen regelmäßig Menschen. Laut dem Beratungsunternehmen SBM Intelligence aus Lagos wurden zwischen Juli 2024 und Juni 2025 durch Lösegelder aus Entführungen rund 1,66 Millionen Dollar (etwa 1,44 Millionen Euro) erbeutet.

{title && {title} } red, {title && {title} } 03.08.2026, 17:35