Ein spezielles Wildtier auf dem Teller sorgt derzeit in Kärnten für Gesprächsstoff. Im Magazin "Kärntner Jäger" wird in der Rubrik "Wilde Küche" ein Rezept für eine "Biber-Quiche" vorgestellt (300 Gramm faschiertes Biberfleisch, 150 Gramm Hokkaido-Kürbis...). Das Gericht rückt den Biber kulinarisch in den Mittelpunkt - und entfacht damit Diskussionen weit über die Jägerschaft hinaus.
Brisant ist das Thema auch wegen der aktuellen Rechtslage. Seit 1. September des Vorjahres gilt in Kärnten eine eigene Biberverordnung. Trotz ganzjähriger Schonzeit dürfen 148 Tiere pro Jahr entnommen werden. Doch bereits im Oktober - nur einen Monat nach Inkrafttreten - war das Kontingent fast ausgeschöpft. Laut "Kärntner Jäger" müsse seither jede weitere Entnahme direkt mit der Landesregierung abgestimmt werden.
In Steuerberg verarbeitet Gastwirt Peter Prodinger regelmäßig Biber, allerdings nur in kleinem Rahmen, das berichtet der ORF. Für ihn steht die Nachhaltigkeit im Vordergrund: "Es geht um die Nachhaltigkeit. Der Biber wird bei uns bejagt und der doppelte Nutzen ist, dass er ein super Fell hat zum Gerben und außerdem ist er sehr schmackhaft."
Dass Biber nun großflächig auf Kärntner Speisekarten landet, glaubt der Wirt nicht. Die Stückzahl sei gering, oft könne pro Jahr nur ein einziges Tier verwertet werden. Biberfleisch werde daher eher im kleinen Kreis angeboten. In alten Kochbüchern fänden sich zahlreiche Rezepte, schließlich galt der Biber früher als Fastenspeise.
Für Jäger gelten seit Jahresbeginn neue Dokumentationspflichten. Das bisherige Wildfleischuntersuchungsprotokoll wurde durch eine Wildplakette ersetzt. Für die Weitergabe von Biberfleisch gelten weiterhin dieselben hygienischen Bestimmungen wie etwa für Schwarzwild.
Trotz der jährlichen Entnahmen sei der Bestand nicht gefährdet, heißt es aus der Fachwelt. Der Biber komme nahezu flächendeckend in Kärnten vor. Man spreche von einem günstigen Erhaltungszustand und einem ausgewogenen Kompromiss zwischen Schutz und Regulierung. Konkrete Zahlen zum aktuellen Bestand liegen allerdings nicht vor.