Die Luftqualität in Kärnten bleibt aus gesundheitlicher Sicht problematisch. Laut einer Analyse vorläufiger Daten des Umweltbundesamtes werden zwar die geltenden gesetzlichen Grenzwerte eingehalten, die strengeren Richtwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedoch an mehreren Messstellen überschritten. Darauf weist der Mobilitätsclub VCÖ hin.
Beim Feinstaub (PM2,5) wurde der ab 2030 geltende EU-Grenzwert von zehn Mikrogramm pro Kubikmeter an allen drei Kärntner Messstellen überschritten, das berichtet der ORF. Am höchsten war die Belastung in Klagenfurt an der Sterneckstraße mit 11,1 Mikrogramm.
Auch der deutlich strengere WHO-Richtwert von fünf Mikrogramm pro Kubikmeter wurde an allen Messstellen überschritten.
Bei Stickstoffdioxid (NO2) lag der künftige EU-Grenzwert von 20 Mikrogramm an der Nordumfahrung A2 in Klagenfurt mit 20,8 Mikrogramm über dem Limit.
Der WHO-Richtwert wurde an sieben Messstellen überschritten, darunter in Klagenfurt, Villach, Spittal an der Drau und Klein St. Paul.
"Je mehr Schadstoffe in der Luft sind, umso mehr atmen wir ein. Das Risiko schwerer Erkrankungen nimmt vor allem für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen zu", so VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky.
Luftschadstoffe können Herz-Kreislauf- und andere Erkrankungen begünstigen, warnt auch Umweltmediziner Hans-Peter Hutter von der Medizinischen Universität Wien. Zunehmend würden sich auch Zusammenhänge mit Schwangerschaftskomplikationen sowie mit Erkrankungen des zentralen Nervensystems und des Stoffwechsels, wie erhöhtes Demenz- und Diabetesrisiko, zeigen, sagt Hutter.
Ebenso könne Stickstoffdioxid die Atemwege schädigen und Bronchitis verursachen.
Der VCÖ ortet vor allem im Verkehr großes Potenzial für Verbesserungen. Genannt werden weniger Kurzstreckenfahrten, mehr öffentliche Verkehrsmittel, der Umstieg auf E-Fahrzeuge sowie niedrigere Tempolimits.