Bickel: "Ich habe noch nie wen geschlagen, aber ..."

Rapid-Sportdirektor Fredy Bickel kocht vor Wut. Beschimpfungen von der Tribüne und Kritik an Trainer Goran Djuricin verurteilt er scharf.

Sieg im Cup und trotzdem herrscht bei Rapid Wien am Donnerstag Katerstimmung. Schuld daran ist eine maue Vorstellung beim Elfer-Krimi in Mattersburg in der zweiten Cup-Runde und die Aufregung um eine angebliche Geste von Goran Djuricin nach den "Gogo raus"-Rufen.

Was war passiert?



Djuricin wurde gefilmt, als er sich sichtlich aufgebracht mit dem rechten Mittelfinger auf sein Haupt tippte. Hat er jemandem den Vogel gezeigt? Und wenn ja, wem? Auf die Beantwortung dieser Fragen mussten Rapid-Fans bis Donnerstagnachmittag warten, als sich die Djuricin und Sportdirektor Fredy Bickel auf einer Pressekonferenz erklärten.

Bis dahin war viel Zeit vergangen, in der es in den Sozialen Medien und Fan-Foren brodelte. Rapid-Fans fühlten sich angesprochen, "Gogo" wurde teils übelst beschimpft. Auch "heute.at" berichtete über die Aufreger-Szenen und zeigte die PK anschließend live. Im folgenden Video können sie das Live-Video nachsehen:

Hier der Artikel über die Reaktionen der Fans. Auch hier wies "Heute" schon darauf hin, dass der viel diskutierte Fingerzeig verschieden interpretiert werden kann.

+++ Gogo leistete sich No-Go! Rapid-Fans sind stinksauer +++



Gogo spricht Klartext



Djuricin hielt sich kurz, war bei seinen Schilderungen der Ereignisse der Vorabends aber deutlich: "Ich wehre mich vehement gegen die Anschuldigungen, dass ich meine eigenen Fans beleidigen würde. Das ist für mich eine Frechheit."

"Das war nicht so, wie viele das interpretieren. Die Fans sind auf der anderen Seite gestanden und haben uns unglaublich unterstützt."

Damit war für den Trainer alles gesagt. Auch, weil sich sein Sportdirektor zuvor bereits ausführlich über das Cup-Match und seine Schattenseiten geäußert hatte.

Bickels Rundumschlag



Bickels Ausführungen kamen einer Wutrede gleich. Wohl wissend, dass ihn die emotionale Thematik persönlich berühre, las er seine Worte an die Journalisten von einem Zettel ab, "aus Selbstschutz".

Wenige Minuten später war klar, warum. Bickel holte zum Rundumschlag aus. Er stellte sich schützend vor seinen Trainer. Ums Sportliche ging es dabei nicht: "Wie es sich vor die Mannschaft stellt und das alles wegsteckt, geht über das Menschliche hinaus."

Ob Djuricin tatsächlich jemandem den Vogel gezeigt habe? Das interessiere Bickel gar nicht, denn "rein auf der menschlichen Ebene hätte ich Verständnis, nach dem, was gestern abgelaufen ist".

Während des Spieles seien übelste Beschimpfungen aufs Feld geschrien worden – nicht aus dem Auswärtssektor, wie Bickel betont. "Ich habe noch nie jemanden geschlagen. Gestern musste ich mich zusammennehmen, um nicht selbst auf die Tribüne zu steigen. Das kam von der VIP-Tribüne."

Die Berichterstattung über den Vorfall bezeichnete er als "boshaft und ekelhaft".

In Sachen Zukunft von Trainer Djuricin ließ er hingegen wieder viel Raum für Interpretationen. Er sprach von selbst an, dass ihm klar sein, dass der Tag kommen könne, an dem er den Trainer freistellen müsse. Das werde aber nicht auf Druck der Öffentlichkeit passieren, sondern, wenn es die Situation erfordere.

(S. Klein) (Heute Sport)

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