Mit dem Hit Salzburg gegen die Austria erwacht die Bundesliga heute (20.30 Uhr) aus dem Winterschlaf. "Wir sind besser als im Herbst", kündigt "Bullen"-Kapitän Mads Bidstrup an – eine Warnung des Spitzenreiters. "Unser Pressing funktioniert, wir haben Spielfreude, wir sind eine echte Einheit."
Im "Heute"-Interview spricht der Däne über die härtesten Nüsse im Kampf um den Titel, seine Landsleute, Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup, David Beckham, Mozart und Hosen.
"Heute": Salzburg hatte einen turbulenten Herbst, ist dennoch Liga-Spitzenreiter. Mit welchem Gefühl geht ihr ins Frühjahr?
"Mit einem guten, nicht nur, weil wir Tabellenführer sind. Wir hatten eine sehr gute Vorbereitung und konnten gleich bei unserem ersten Pflichtspiel im Frühjahr gegen Basel zeigen, was wir können. Und genau da möchten wir fortsetzen."
Salzburg hat in den letzten zwei Jahren keinen Titel geholt. Auch Sie stehen daher noch mit leeren Händen da. Wie sehr wurmt Sie das?
"Ja, das ärgert mich natürlich. Umso mehr ist es an der Zeit, das jetzt zu ändern."
Wer ist im Kampf um die Meisterschaft der härteste Konkurrent? Der LASK? Sturm?
"Wenn man auf die Herbstsaison zurücksieht und einen Blick auf die Tabelle wirft, weiß man, dass es da einige Teams gibt, die vorn mitmischen können. Der LASK und Sturm gehören sicherlich zu den härtesten Konkurrenten. Die Meisterschaft in Österreich ist heuer eng und spannend wie wohl selten zuvor."
Salzburg hat mit Petar Ratkov den besten Torschützen an Lazio Rom verkauft. Wie sehen Sie das als Kapitän, der vermutlich mehr den Sport als das Wirtschaftliche im Auge hat?
"Wenn es ein derart gutes Angebot aus einer Top-Liga gibt, ist es doch klar, dass man das über die Bühne bringen will, weil alle Parteien davon profitieren. Jetzt sind wir eben als Kollektiv gefordert, die notwendigen Tore zu erzielen. Wir haben eine gute Offensive, wir kriegen das hin."
Kjaergaard, Bischoff und Sie – ihr seid drei Dänen in Salzburg. Explodiert das 'Danish Dynamite' 2026 so richtig?
"Wir versuchen, uns gegenseitig zu pushen und gemeinsam erfolgreich zu sein – aber nicht nur wir Dänen, sondern das ganze Team. Auf jeden Fall ist aber schön, wenn man sich mit den Landsleuten gut versteht und manchmal auch ein wenig Dänisch in der Kabine oder am Platz sprechen kann."
Sprache ist ein gutes Stichwort. Bei Rapid wurde und wird heftig diskutiert, warum die Amtssprache nicht mehr Deutsch ist. Salzburg ist seit vielen Jahren ein internationaler Klub. Wie sehen Sie dieses Thema? Muss in der Kabine zwingend jeder Spieler dieselbe Sprache sprechen?
"Das muss jeder Klub für sich selbst entscheiden. Bei uns wird in der Kabine und bei den Besprechungen in erster Linie Deutsch gesprochen. Vor allem bei individuellen Gesprächen hört man aber auch viele andere, weil wir eben Spieler aus vielen Ländern der Welt haben. Und das macht auch Sinn, weil so viele Details besser rübergebracht werden können."
Sie waren vor Salzburg bei Nordsjaelland, haben dort unter dem neuen Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup gespielt. Was können Sie über ihn erzählen? Hat er sich bei Ihnen wegen Rapid erkundigt?
"Ich habe damals unter ihm trainiert und kann sagen, dass er ein sehr guter Trainer und ein guter Typ ist. Er hat mich als Spieler sehr unterstützt. Ich wünsche ihm in Österreich viel Erfolg, nur halt nicht gegen uns (lacht). Kontakt hatten wir im Zuge seines Wechsels keinen."
Stimmt es, dass Sie ein großer Fan von David Beckham sind? Was fasziniert Sie an ihm?
"In der Tat bin ich das. Beckham war nicht nur ein großartiger Fußballer. Ich mag es auch, wie er sich abseits vom Spielfeld und danach entwickelt hat, wie er in Sachen Mode und Style umgeht. Er hat Trends kreiert, arbeitet mit vielen tollen Brands zusammen und ist einfach ein cooler Typ. Darüber hinaus hat er lange bei Manchester United, einem meiner Lieblingsklubs, gespielt."
Was Sie mit Beckham verbindet: die vielen Tattoos. Wann haben Sie ihr erstes Stechen lassen? Und was würden Sie sich im Falle des Meistertitels tätowieren?
"Mein erstes Tattoo habe ich mir mit 18 Jahren stechen lassen, auf meinem Unterarm steht "fortune favours the brave". Anfangs hatten alle meine Tattoos eine gewisse Bedeutung, mittlerweile mache ich manche, einfach weil sie schön sind. Klar, wenn wir Meister werden, dann kommt noch eines dazu."
Was treiben Sie, wenn Sie nicht gerade Fußballschuhe anhaben? Wie verbringt Mads Bidstrup seine Freizeit?
"Da habe ich es gern ein wenig ruhiger. Ich gehe gern mit Freunden essen oder koche in einer Freundesrunde. Und um ein wenig runterzukommen, spaziere ich fast jeden Tag durch Salzburg und genieße die Stimmung dieser schönen Stadt."
Salzburg ist die Geburtsstadt von Mozart. Können Sie mit seiner Musik etwas anfangen?
"Natürlich kenne ich Mozart. Aber mein Musikgeschmack ist anderer (lacht). Und nachdem ich bei uns einer der DJ's in der Kabine bin, muss ich schauen, dass für alle etwas dabei ist."
Ein Blick auf Instagram zeigt, dass Ihnen Mode offenbar sehr wichtig ist. Wie viele Hosen und T-Shirts haben Sie? Waschen Sie selbst?
"Wie viele genau, kann ich nicht sagen. Aber was ich sagen kann, ist, dass mir Mode und Style extrem wichtig sind. Ich schaue sehr genau darauf, was ich trage oder wie ich meine Wohnung einrichte. In meiner Heimatstadt Kopenhagen gibt es ganz viel Inspiration! Und nein, meine Wäsche wasche ich nicht selbst."