Mäzen Dietmar Hopp widerspricht Berichten, wonach im internen Machtkampf bei Fußball-Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim nach Trainer Christian Ilzer auch Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker vor dem Aus stehen könnte. Der 85-Jährige stellte sich klar hinter den Steirer und sicherte ihm seine volle Unterstützung zu. Man werde Schicker "aus voller Überzeugung und mit ganzem Herzen auf unserem gemeinsamen Weg in den internationalen Fußball begleiten", erklärte Hopp in einer von der TSG verbreiteten Stellungnahme.
Hopp fand dabei deutliche Worte: "Andi Schicker ist ein fantastischer Manager und ein wunderbarer Mensch. Er ist der Architekt und Garant für den größten sportlichen Erfolg unserer TSG seit sehr langer Zeit und steht stellvertretend für alle Fans und Unterstützer des Vereins." Sportlich befindet sich Hoffenheim derzeit im Höhenflug. Der Klub, in der Vorsaison noch abstiegsbedroht, liegt aktuell auf Rang drei der Bundesliga – nur drei Punkte hinter Borussia Dortmund auf Platz zwei.
Seit Monaten schwelt bei den Kraichgauern ein Machtkampf um den Einfluss Hopps. Am Mittwoch hatte der Verein bekannt gegeben, dass man sich einvernehmlich von Marketing-Geschäftsführer Tim Jost getrennt habe. Jost war erst im Dezember 2024 ins Amt gekommen und ist bereits die vierte Führungskraft, die den Klub verlässt. Zuvor hatten bereits Markus Schütz (Vorsitzender der Geschäftsführung) und Finanz-Geschäftsführer Frank Briel ihre Posten räumen müssen.
Nun berichten "Bild" und "Kicker", dass auch Schicker zur Disposition stehen könnte. Dabei gilt der Sport-Geschäftsführer als einer der Hauptverantwortlichen für den sportlichen Aufschwung des einstigen Abstiegskandidaten. Im Zuge einer möglichen Neuaufstellung der Geschäftsführung soll er auf die Rolle des Sportdirektors zurückgestuft werden – ein Schritt, den Schicker laut dpa-Informationen nicht akzeptieren würde. Der bis 2029 vertraglich gebundene Steirer selbst gibt sich betont sachlich: "Mir geht es darum, die sportliche Erfolgsgeschichte der TSG Hoffenheim fortzuschreiben. Deshalb liegt mein Fokus auf unserem Spitzenspiel am Sonntag bei Bayern München."
Zusätzliche Unruhe bringt der Rücktritt von Präsident Jörg Albrecht aus gesundheitlichen Gründen. Mit Schicker ist derzeit nur noch ein Geschäftsführer in der TSG-GmbH verblieben. Interims-Vereinsvorsitzender ist Christoph Henssler, der aus der Ultra-Szene stammt und als Kritiker Hopps gilt. Seit der Rückgabe der Stimmrechtsmehrheit durch Hopp vor drei Jahren verfügt Henssler über großen Einfluss. Der neue Präsident der TSG wird bei der Mitgliederversammlung im März gewählt.