Olympiasieger, dreifacher Weltmeister, viermal Gewinner des Gesamtweltcups, 53 Weltcupsiege – Odermatt ist das Maß aller Dinge im Skisport. Der Schweizer Gigant stellte das auch mit dem Super-G-Sieg auf der berüchtigten Streif in Kitzbühel unter Beweis. Damit wiederholte der Gesamtweltcupsieger seinen Erfolg aus dem Jahr 2025. Odermatt hängte Landsmann Von Allmen um gerade einmal drei Hundertstelsekunden ab.
Doch ein ganz großes Ziel bleibt für Odermatt: der Sieg in der klassischen Abfahrt auf der Streif. Noch nie konnte 28-Jährige eine Goldene Gams gewinnen. Über zwei zweite Plätze kam der Ski-Gigant noch nicht hinaus. Nach seinem Super-G-Sieg vor zwölf Monaten folgte tags darauf die Streif-Enttäuschung mit Rang sechs.
"Zwei Mal zu gewinnen, ist immer schwieriger. Das ist Fakt. Ich glaube, ich habe aus dem letzten Jahr sehr viel gelernt, verbrauche heute hoffentlich ein bisschen weniger Energie und bin dann morgen bereiter", meinte Odermatt dann mit Blick auf das anstrengende Programm, das dem Super-G-Sieger noch bevorsteht. Der Schweizer muss zur traditionellen Siegerehrung ins Zielhaus der Streif, wird wohl auch kurz im "ORF"-Studio vorbeischauen.
Eines ist für den Schweizer Männer-Cheftrainer Vitus Lüönd aber klar: Gefeiert wird der Sieg nicht. "Marco lernt bei jedem Rennen, das ist eine Gabe, die er hat", meinte der Cheftrainer auf die guten Vorsätze des Gesamtweltcupsiegers angesprochen, schob dann aber mit einem Augenzwinkern hinterher: "Vielleicht nur ein Bier, das hilft sicher."
Um dann wieder ernst zu werden. "Er weiß genau, worum es geht. Das ist ein großes Ziel von Marco. Wir werden uns sicher top vorbereiten und morgen wieder bereit sein", so Lüönd. Bei der Mannschaftsstärke der "Eidgenossen" ist das beinahe eine Drohung.