Ein schwerer Obus-Unfall in Salzburg hat am Montag ein Todesopfer und mehrere Verletzte gefordert. Laut ersten Erkenntnissen erlitt der Busfahrer während der Fahrt vermutlich einen medizinischen Notfall und verlor die Kontrolle über das Fahrzeug. Der Obus krachte in den Eingangsbereich einer Supermarkt-Filiale. Ein 55-jähriger Mann kam ums Leben, zwei Personen wurden schwer, fünf weitere leicht verletzt. Beim Todesopfer handelt es sich um den ehemaligen Olympiasegler und Topmanager Florian Schneeberger. Schneeberger war Olympia-Vierter in Atlanta 1996 und holte EM-Gold 1996 sowie EM-Silber 1993 und 1995, jeweils im Tornado.
Die Nachricht löste vor allem in der Sportszene große Betroffenheit aus. ÖOC-Präsident Horst Nussbaumer: "Dieses Schicksal ist Wahnsinn, es gibt keine Gerechtigkeit. Er war ein feiner Mensch."
Besonders getroffen zeigte sich sein früherer Segel-Partner Andreas Hagara: "Mir hat es den Boden unter den Füßen weggezogen, als ich das erfahren habe." Die gemeinsame Zeit habe sie eng verbunden: "In der Zeit waren wir 200 Tage im Jahr unterwegs, mehr als mit unseren Familien." Seine Gedanken seien nun vor allem bei Schneebergers Frau und den vier Kindern.
Auch Weggefährte Christian Feichtinger fand bewegende Worte: "Er war in allen Belangen außergewöhnlich." Vor allem seine Haltung sei prägend gewesen: "Er war ein Perfektionist, alles, was er gemacht hat, hat er hundertprozentig gemacht." Zudem habe er ihn stets als ruhigen Menschen erlebt: "Ich habe ihn nie aufgeregt erlebt, nie unbeherrscht oder gar einmal böse."
Olympiasieger Roman Hagara kannte Schneeberger sowohl als Konkurrent als auch indirekt als Teamkollegen seines Bruders: "Er war ein feiner Mensch und ein äußerst angenehmer Konkurrent." Besonders knapp verpasste Schneeberger bei den Spielen 1996 in Atlanta eine Medaille: "Beinahe wäre es sich mit der Olympia-Medaille ausgegangen."
Zur genauen Unfallursache wird weiter ermittelt. Polizeisprecher Hans Wolfgruber: "Die Polizei möchte dem abschließenden Ergebnis der Unfallermittlungen nicht vorgreifen. Alle Eventualitäten werden geprüft." Berichten zufolge könnte Schneeberger noch versucht haben, dem herannahenden Bus auszuweichen, eine offizielle Bestätigung dafür gibt es jedoch nicht.
Der Busfahrer musste noch am Montag notoperiert werden. Kliniksprecher Christian Blaschke gab ein Update: "Der Zustand des Mannes ist stabil. Er befindet sich noch auf der Intensivstation."