So verliefen die letzten Monate in Laudas Leben

Niki Lauda
Niki LaudaBild: picturedesk.com
Eine neue Biografie beleuchtet die letzten Monate im Leben von Motorsport-Legende Niki Lauda. Auszüge des Buches wurden veröffentlicht.
Am 20. Mai 2019 verstarb Niki Lauda im Alter von 70 Jahren. Nach seiner Lungentransplantation kostete ihm eine Infektion das Leben.

Nun, fast ein Jahr später, erinnern sich Freunde in einer neuen Biografie an den dreifachen Formel-1-Weltmeister. In "Es ist nicht einfach, perfekt zu sein" von Maurice Hamilton werden auch die letzten Monate im Leben der Ikone beschrieben. Auszüge daraus wurden von der "Bild" nun veröffentlicht.

Berger über Lauda

DTM-Boss Gerhard Berger, ein enger Freund von Lauda, beschreibt den Beginn seiner schweren Krankheit im Jahr 2018: "Niki war auf seiner Yacht, die im Hafen lag. Er rief mich an und sagte, dass es ihm nicht gut gehe, und bat mich, einen Arzt für ihn zu finden. Als ich ihn fragte, was ihm fehle, sagte er, dass er sich eine Lungeninfektion zugezogen und Atemprobleme habe. Ich sah nach ihm, er wirkte sehr angeschlagen."

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Berger habe die rechte Hand von Prinz Albert, Monarch von Monaco, um Hilfe gebeten. Daraufhin sei Lauda ins Spital gebracht worden. Am nächsten Morgen habe er ihn im Fahrerlager angetroffen und gefragt, ob er verrückt sei. Lauda habe entgegnet: "So ist es besser, ich muss arbeiten."

Wolff über Lauda

Mercedes-Boss Toto Wolff berichtet von einer Nacht im Juli 2018. Er war bei Lauda auf dessen Yacht vor Ibiza. "Nikis Husten hörte sich nicht mehr so schlimm an, war aber eben immer noch nicht weg. Der Abend war toll. Um zwei Uhr morgens sagte Niki: 'Lasst uns zu Pacha gehen!' Das ist ein sehr berühmter Nachtclub auf Ibiza, der für sein Flower-Power-Ambiente im Stil der 1970er-Jahre bekannt ist. Wir tranken ordentlich; es war ein richtiger Männerabend, an dem wir uns noch mal wie junge Kerle fühlten. Mir schien, als ob Niki wieder diesen … wie soll ich sagen … sechsten Sinn hatte, den ich schon erwähnt habe. Er schien zu ahnen, was ihm bevorstand."

Am Morgen danach habe sich Lauda "richtig schlecht" gefühlt und gebeten, nach Wien geflogen zu werden. In Österreich wurde festgestellt dass die Lungenfunktion auf zehn Prozent gesunken sei. Wolff: "Das blöde Virus hatte die Lunge angegriffen. Im Krankenhaus wurden ihm beide Lungenflügel transplantiert."

Der Eingriff war erfolgreich. Die Ärzte gingen davon aus, dass Lauda wieder ein normales Leben führen könne. Für Lauda bedeutete das den Beginn einer langen, harten Phase der Atemübungen und Physiotherapie.

Lauda verpasste keinen Grand Prix und ließ sich von der Mercedes-Werkstatt auf dem Laufenden halten. Lauda wollte über Weihnachten zu seiner Familie nach Ibiza und mit zwei Trainern an seiner Rückkehr an die Rennstrecke arbeiten. 2019 verschlechterte sich sein Zustand aber rapide. Eine Grippe schwächte ihn, er musste zur Dialyse nach Zürich überstellt werden.

Gerhard Berger beschreibt in der neuen Biographie die letzten Tage im Leben von Lauda. "Ich war wohl einer der wenigen, die ihn im Krankenhaus besuchen durften", sagt Berger. "Seiner Familie kam ich dabei sehr nahe. Ich muss sagen, dass Lukas unglaublich war. An jedem einzelnen Tag war er dort, im Krankenhaus in Zürich, obwohl seine Familie in Barcelona lebte. Die ganze Zeit über blieb er am Bett seines Vaters und war für ihn da. Er hätte sich nicht besser um ihn kümmern können. Lukas ist ein Sohn, wie man ihn sich nur wünschen kann."

Im Kreise seiner engsten Familie verlor Lauda den Kampf um sein Leben.

Die Biografie "Es ist nicht einfach, perfekt zu sein" von Maurice Hamilton erscheint im Verlag "Edel Books", umfasst 400 Seiten und kostet 24,95 Euro. Am Montag ist das Buch im Handel erhältlich, auch als E-Book.







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