Gesundheit

Biontech testet Impfstoff gegen tödliche Malaria

Gegen Malaria gibt es bis dato keinen Präventivschutz. Ziel sei ein mRNA-Impfstoff, um Malaria zu verhindern und die Sterblichkeit zu senken.

Sabine Primes
An einer Malaria-Impfung wird seit Jahren geforscht, Durchbruch gab es bislang noch keinen.
An einer Malaria-Impfung wird seit Jahren geforscht, Durchbruch gab es bislang noch keinen.
Getty Images/iStockphoto

Das deutsche Pharmaunternehmen Biontech hat eine Studie für einen Malaria-Impfstoff begonnen. Dabei sollen Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten mit der Bezeichnung BNT165b1 untersucht werden, teilte das Unternehmen mit. Die Phase-1-Studie soll rund 60 gesunde Teilnehmerinnen und Teilnehmer ohne vorherige oder aktuelle Malariainfektion in den USA einschließen. Der Impfstoffkandidat soll in drei verschiedenen Dosisstufen untersucht werden.

Derzeit gibt es keinen sicheren Schutz

"Der Beginn dieser Studie ist ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg, einen Beitrag zur Bekämpfung von Krankheiten mit hohem medizinischem Bedarf zu leisten", erklärte Medizin-Vorstand und Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci. Ziel sei die Entwicklung eines mRNA-basierten Impfstoffs, der dazu beitragen könne, Malaria zu verhindern und die Sterblichkeit zu senken.

Biontech baut derzeit eine Produktionsstätte für mRNA-Impfstoffe in Ruanda. Voraussichtlich ab 2024 können dort der Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer und potenziell auch mRNA-Impfstoffe etwa gegen Tuberkulose und Malaria im Fall einer Zulassung hergestellt werden.

Die Malaria ist eine tropentypische Krankheit und weltweit eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten. Sie tritt in tropischen und subtropischen Regionen aller Kontinente – außer Australien – in etwa 100 Ländern endemisch auf. Sie wird heutzutage hauptsächlich in den Tropen und Subtropen durch den Stich einer weiblichen Stechmücke (Moskito) der Gattung Anopheles übertragen. Zwischen dem Stich der Anopheles-Mücke und dem Krankheitsausbruch liegen im Mittel zwölf (7 bis 14) Tage
Eine Malaria tropica ist lebensgefährlich und kann tödlich enden. Jede Malaria ist heilbar, wenn sie frühzeitig behandelt wird. Es gibt keinen absolut sicheren Schutz vor Malaria, aber viele Möglichkeiten das Erkrankungsrisiko zu senken. Bei der Malaria kommt es zu Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl. Die Betroffenen klagen über Kopf- und Gliederschmerzen, manchmal auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Es kann eine Gelbsucht auftreten. In Österreich  ist die Krankheit meldepflichtig.

Rund 95 Prozent der Erkrankungen und Todesfälle in Afrika registriert

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass 2021 weltweit etwa 619.000 Menschen an Malaria starben, etwas weniger als die rund 625.000 im Jahr davor. Die Krankheitsfälle stiegen zwar auf 247 Millionen an, doch die Zuwachsrate habe sich verlangsamt, hieß es. Rund 95 Prozent der Erkrankungen und Todesfälle wurden in Afrika registriert.

Wissenschafter arbeiten weltweit seit Jahrzehnten an einem Vakzin gegen Malaria. Der bisher einzige Impfstoff Mosquirix von GlaxoSmithKline (GSK) ist das Ergebnis jahrelanger klinischer Studien. Er kommt trotzdem nur auf einen Wirkungsgrad von 30 Prozent.

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