Personalmangel spitzt sich zu

"Bis nichts mehr geht": Deshalb arbeiten Pfleger krank

Aus Rücksicht auf die Kollegen schleppen sich viele Pflegekräfte krank in die Arbeit. Eine Fachsozialbetreuerin erzählt "Heute", was dahintersteckt.
Lea Strauch
03.08.2026, 03:00
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Immer mehr Oberösterreicher schleppen sich trotz Krankheit in die Arbeit. Wie berichtet, gingen 2025 laut Zahlen der Arbeiterkammer OÖ bereits 72 Prozent der Beschäftigten krank arbeiten – so viele wie noch nie. Eine Fachsozialbetreuerin aus einem Seniorenzentrum im Bezirk Urfahr-Umgebung erklärt im Gespräch mit "Heute", warum das gerade in der Pflege immer wieder passiert.

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"Falsches Pflichtbewusstsein"

In dem Bereich stehe hinter dieser Entscheidung oft Verantwortung gegenüber den Kollegen. "Wenn man in den Krankenstand geht, muss wer anderer für einen einspringen. Es muss ja wer kommen", erzählt die 59-Jährige. Dabei gebe es zwei Gruppen: "Die einen, die in den Krankenstand gehen, wenn es ihnen wirklich zu viel wird. Die anderen arbeiten, bis es wirklich nicht mehr geht."

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Sie spricht von einem "falschen Pflichtbewusstsein". Eigentlich bringe es niemandem etwas, krank zur Arbeit zu kommen. Trotzdem überlege man sich gerade in der Urlaubszeit "dreimal", ob man sich wirklich krankmeldet. Schließlich wisse man genau, dass dann Kollegen einspringen müssten, die oft ohnehin schon viele Dienste geleistet haben.

Ein Grund dafür sei die anhaltende Personalnot. "Es ist irrsinnig schwierig nachzubesetzen", sagt die Fachsozialbetreuerin. Als 24-Stunden-Betrieb könne man Bewerbern keine fixen Arbeitszeiten ohne Wochenend- oder Nachtdienste versprechen.

Personalmangel immer präsent

Gleichzeitig wüssten viele Interessenten, "dass sie es sich schon ein bisschen aussuchen können". Aus ihrer Sicht müsse sich deshalb an den Rahmenbedingungen etwas ändern. Vor allem ein besserer Pflegeschlüssel – also mehr Personal pro Patient – würde die Situation langfristig entspannen.

Trotz aller Belastungen liebt die 59-Jährige ihre Arbeit: "Es ist ein total schöner Beruf", betont sie. Doch wer ständig zum Einspringen gerufen werde und immer öfter auf freie Wochenenden verzichten müsse, suche sich irgendwann einen anderen Job. "Dann gibt es viele, die sagen: Moment, das kann ich mir leichter machen."

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