Europa steckt erneut in extremer Hitze. In Frankreich beginnt an diesem Dienstag, dem 11. August 2026, eine neue Phase der Hitzewelle. Auf weiten Teilen des Landes werden 33 bis 37 Grad erwartet. Schon am Mittwoch soll es noch heißer werden – häufig mit 35 bis 39 Grad.
Besonders kritisch wird es laut den vorliegenden Prognosen am Donnerstag und Freitag. Dann soll der Höhepunkt der Hitzewelle erreicht werden. In großen Teilen Frankreichs werden Höchstwerte zwischen 36 und 40 Grad erwartet. Der französische Wetterdienst hat deshalb die orange Hitzewarnung für Mittwoch auf 78 Départements ausgeweitet.
Der britische "Independent" berichtet über die neue Hitzewelle in Europa; auch der französische Meteorologe Guillaume Séchet verweist auf die aktuelle Zuspitzung. Er schreibt übersetzt: "Sehr heiße Luft wird in den kommenden Tagen ganz Frankreich erfassen."
Die Lage ist nicht nur in Frankreich angespannt. In Spanien könnten die Temperaturen im Laufe der Woche sogar bis auf 43 Grad steigen. Besonders betroffen sind laut Prognosen unter anderem Córdoba, Sevilla, Granada und Madrid. Auch in Italien werden vielerorts Werte nahe oder über 37 Grad erwartet, darunter Rom, Mailand, Florenz und Teile Sardiniens.
In Frankreich liegen die erwarteten Werte ebenfalls deutlich im roten Bereich: Für Paris werden 35 Grad genannt, für Toulouse 36 Grad und für Bordeaux 39 Grad. Bordeaux war erst im vergangenen Monat Schauplatz eines großen Waldbrands, bei dem laut Bericht rund 200.000 Menschen ihre Häuser verlassen mussten.
Die neue Hitzewelle trifft Europa in einem Sommer, der bereits von Trockenheit, Rekordwerten und Waldbränden geprägt ist. Laut den vorliegenden Angaben wurden in diesem Jahr bereits mehr als 550.000 Hektar Land auf dem Kontinent von Bränden erfasst. In Frankreich und Spanien mussten insgesamt mehr als 300.000 Menschen ihre Wohnungen und Häuser verlassen.
Auch die Temperaturabweichungen sind außergewöhnlich. Frankreich verzeichnete in den Monaten Mai, Juni und Juli 2026 demnach eine Wärme-Anomalie von plus 2,8 Grad. Laut den Angaben lag in diesem Zeitraum kein Land weltweit höher. Dahinter folgen Luxemburg, die Schweiz, Belgien und Spanien.
Für Westeuropa wurde für Juni und Juli außerdem ein 24-Stunden-Durchschnittswert von 21,62 Grad genannt. Das liegt 2,79 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020 und übertrifft den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022.
Als Grund werden anhaltende Hochdrucklagen genannt, die Hitze über der Region festhalten. Die Folge: Böden trocknen aus, die natürliche Kühlung nimmt ab, Hitze und Dürre verstärken einander. Eine Expertin des Copernicus-Klimadienstes wird dazu übersetzt mit den Worten zitiert: "Die extremen Temperaturen haben auch die weit verbreitete Dürre verstärkt."
Die Gefahr bleibt damit nicht auf Temperaturen beschränkt. In mehreren Ländern steigt auch das Risiko für Waldbrände weiter an. Besonders Teile Spaniens, Frankreichs sowie Regionen in Ungarn, Rumänien und Serbien stehen laut den vorliegenden Angaben unter erhöhter oder extremer Brandgefahr.
Während sich Frankreich und Spanien gegen Ende der Woche etwas abkühlen sollen, verlagert sich die Hitze weiter Richtung Mittel- und Osteuropa. Für Ungarn, Serbien und Rumänien werden Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke erwartet.