"Sabitzer, noch geht was, Gregoritsch. UND TOOOOOR, TOOOOOOOOR, KALAJDZIIIIIIIIC! 3:3! BIST DU DEPPERT. Sasa Kalajdzic schießt die Österreicher wieder ins Glück. Was für ein Wechselbad der Gefühle."
Ganz Österreich zitterte am Sonntag in den frühen Morgenstunden mit dem ÖFB-Team beim Gruppenfinale gegen Algerien mit. ORF-Kommentator Daniel Warmuth sorgte mit seinem Urschrei nach dem erlösenden 3:3 in der 96. Minute dafür, dass auch die letzten schlafenden Nachbarn aus dem Schlaf gerissen wurden.
Und mittlerweile feiert die Fußball-Welt mit uns mit. Die ORF-Szenen gehen auch im Ausland viral. Der Grundtenor: Österreich hat sein neues "I werd' narrisch". 48 Jahre später erinnerten sowohl die Wortwahl als auch der emotionale Ton des Kommentators an Edi Fingers legendären Torschrei nach Hans Krankls 3:2 gegen Deutschland – Cordoba 1978.
In den deutschsprachigen Nachbarländern staunen die Medien über die Kommentatoren-Kamera, die im Nachgang vom ORF veröffentlicht wurde. Aber auch internationale Fans kommen über die sozialen Medien in den Genuss. Österreichische Fans versuchen unter viralen Postes auf Englisch zu vermitteln, was "Bist du deppert" eigentlich bedeutet.
Warmuth lieferte mit seiner emotionalen Reaktion auf das denkwürdige WM-Tor den passenden Soundtrack zu einem Spiel, das in die österreichische Fußballgeschichte eingehen wird. Sasa Kalajdzic köpfte das Nationalteam mit der letzten Ballberührung des Spiels, der ersten des frisch eingewechselten "Jokers", doch noch ins Sechzehntelfinale. Österreich trifft am Donnerstag (21 Uhr) auf Europameister Spanien.
Wie dramatisch der Spielverlauf war, untermalt Warmuths Kommentar des 3:2 für Algerien nur drei Minuten vor der Erlösung durch Kalajdzic: "Chance für Algerien – das Tor, das gibt es nicht! Das gibt es nicht! Der Albtraum wird zur Realität. Das ist unfassbar." Auf die bittere Enttäuschung folgte absolute Ekstase.