Bitter: Salzburg scheitert an Fener und sich selbst!

45.000 Fans verwandelten das Sükrü-Saracoglu-Stadion in die "Hölle von Istanbul". 125 Dezibel laute Schlachtgesänge sind bei Heimspielen von Fenerbahce Alltag. Red Bull Salzburg scheiterte aber nicht daran, sondern einmal mehr an der eigenen Chancenauswertung bei der 1:3-Niederlage in der Fußball-Champions-League-Quali (Hinspiel 1:1). Trostpflaster: Jetzt geht's zumindest im Playoff der Europa League weiter.

45.000 Fans verwandelten das Sükrü-Saracoglu-Stadion in die "Hölle von Istanbul". 125 Dezibel laute Schlachtgesänge sind bei Heimspielen von Fenerbahce Alltag. Red Bull Salzburg scheiterte aber nicht daran, sondern einmal mehr an der eigenen Chancenauswertung bei der 1:3-Niederlage in der Fußball-Champions-League-Quali (Hinspiel 1:1). Trostpflaster: Jetzt geht's zumindest im Playoff der Europa League weiter.

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125 Dezibel entspricht der Lautstärke eines Düsenjets. "Diese Anhänger sind ein großer Trumpf", sagte Cristian, der die Türken mit dem späten 1:1 in Salzburg auf Königsliga-Kurs hielt, bereits vor dem Spiel. Mit 42.255 Fans hat Fenerbahce den höchsten Zuschauerschnitt in der Türkei. Den Lautstärken-Weltrekord hält Rivale Besiktas (142 Dezibel).

Red Bull hatte genug Chancen zum Aufstieg

Doch die Fans in Istanbul waren letztlich nicht der entscheidende Punkt im Kampf um Sein oder Nichtsein. Red Bull Salzburg hätte beide Partien zusammen genommen locker den Aufstieg geschafft, hätte man einfach nur zumindest die Hälfte der unzähligen Topchancen verwertet. Fenerbahce machte dies besser und nützte kleine Fehler eiskalt zu tollen Toren.

Zum sechsten Mal keine Champions League

Salzburg hat damit auch im sechsten Anlauf in der Red-Bull-Ära den Sprung in die Champions-League-Gruppenphase verpasst. Der Spanier Jonatan Soriano hatte die frühe Führung für die "Bullen" erzielt. Treffer von Raul Meireles (8.), Moussa Sow (17.) und Pierre Webo (34.) sorgten aber für die schnelle Wende zugunsten des türkischen Vizemeisters, der mit dem Gesamtscore von 4:2 aufstieg.

Jetzt droht Riesen-Chaos

Fenerbahce darf damit weiter von der Champions League träumen, sofern der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne die von der UEFA ausgesprochene zweijährige Sperre am 28. August endgültig aufheben sollte. Mit dieser Sanktion, die vom CAS vorläufig nur ausgesetzt worden ist, wurde der Europa-League-Halbfinalist der abgelaufenen Saison nachträglich für die Verwicklung in den nationalen Manipulationsskandal 2010/11 bestraft.

Sollte dieses Urteil allerdings bestätigt werden, droht ein noch nie da gewesenes Chaos-Szenario, da Fenerbahce damit gar nicht erst in der dritten Quali-Runde hätte antreten dürfen. Wie auch immer, Salzburg muss nun ins Europa-League-Play-off umsteigen, das am Freitag in Nyon ausgelost wird. Österreichs Vizemeister ist in dieser letzten Runde vor der Gruppenphase gesetzt.

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Die Gäste aus der Mozartstadt erwischten vor rund 45.000 Zuschauern einen Traumstart in die Partie und durften bereits nach etwas mehr als drei Minuten jubeln. Ulmer bediente nach einem Vorstoß Kampl ideal per Lochpass - und der slowenische Teamspieler legte per Querpass perfekt auf für den in der Mitte lauernden Kapitän Soriano, der den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Allerdings übersah der Schiedsrichter dabei ein klares Foul-Spiel von Alan, der einen Fenerbahce-Gegenspieler im Strafraum niederstieß und damit die Bahn für seinen Angriffskollegen freimachte.

Die Freude über die frühe Führung währte aber nur kurz, denn lediglich vier Minuten später hieß es bereits 1:1. Nachdem Ulmer den Ball nicht aus der Gefahrenzone gebracht hatte, knallte der Portugiese Meireles nach einem Kuyt-Kopfball-Zuspiel den Ball aus 20 Metern volley in die Maschen. Kuyt lieferte nach Webo-Pass auch die Vorlage für den zweiten Treffer durch den Senegalesen Sow (17.).

Wer die Chancen nicht nützt, bekommt das Gegentor

Danach kontrollierte Fenerbahce die Partie, erst ein Soriano-Schlenzer, der von Meireles in höchster Not vor Alan über die Latte geköpfelt wurde, sorgte wieder für Gefahr auf der Gegenseite (32.). Praktisch im Gegenstoß erzielte der Kameruner Webo nach Sow-Assist gegen die im Gegensatz zum Hinspiel diesmal total überforderte Bullen-Abwehr, der zahlreiche leichtsinnige Abspielfehler unterliefen, das 3:1. Damit war die Vorentscheidung gefallen.

Auch weil Salzburg mit seinen Topchancen ähnlich fahrlässig wie im Hinspiel umging. So ließen etwa in der Nachspielzeit der ersten Hälfte Alan, der nach Topal-Schnitzer an Tormann Volkan Demirel scheiterte, und Meilinger - Topal machte seinen Fehler wieder gut und rettete vor der Linie - Sitzer auf den Anschlusstreffer aus (beide 45.+2).

Es haperte immer nur beim Abschluss

Nach dem Wechsel bemühte sich die Gastmannschaft, das Spiel zu machen, weil Fenerbahce deutlich zurückschaltete und ganz auf Ergebnisverwaltung bedacht war. Topchancen waren trotzdem Mangelware, weil der letzte Pass zumeist nicht ankam.

Und falls doch, dann fehlte wieder die Klasse im Abschluss, etwa als Soriano aus kurzer Distanz genau in die Mitte zielte und im Tormann seinen Meister fand (76.). Oder als Hierländer nach perfektem Mane-Querpass Kadlec anschoss (86.) bzw. Hinteregger einen Kopfball ebenfalls aus kürzester Distanz Zentimeter an der Stange vorbei setzte (90.).

Doch auch nach der Pause brachten sich die "Bullen" weiterhin durch unnötige Ballverluste wiederholt in Gefahr. Im Gegensatz zu Hälfte eins wurden sie dafür in den zweiten 45 Minuten nicht mit Gegentoren bestraft.

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