Bittere Nachrichten aus der Blumen-Branche: Die Waibel Floristik GmbH hat beim Landesgericht Wiener Neustadt ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Der Kreditschutzverband KSV1870 rechnet mit einer zeitnahen Eröffnung des Verfahrens.
Das Unternehmen handelt vor allem mit Blumen, vorwiegend mit Tulpen und Rosen. Produziert wird am Standort Münchendorf (Bezirk Mödling, NÖ). Der Betrieb ist in mehrere Bereiche gegliedert: Rosen-Produktion, Anlass-Floristik, Shop-Verkauf, ToGo-Vertrieb und Zentralregulierungs-Vertrieb.
Die Zahlen sehen bei weitem nicht rosig aus: Laut Schuldnerangaben sind 44 Dienstnehmer betroffen, dazu kommen 52 Gläubiger. Die Passiva liegen bei rund 5,7 Millionen Euro.
Als Grund für die Pleite nennt das Unternehmen den Verlust eines wichtigen Großkunden. Das habe zu massiven Umsatzeinbrüchen geführt. Dazu kam laut KSV1870 eine gerichtliche Auseinandersetzung mit Lieferanten. Auch die allgemeine Teuerung setzte dem Blumen-Betrieb weiter zu.
Die Firma will aber nicht zusperren. Geplant ist eine Fortführung und Sanierung. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent angeboten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplans.
"Bei der angebotenen Sanierungsplanquote handelt es sich um die gesetzliche Mindestquote", erklärt Alexander Greifeneder vom KSV1870. Ob der Plan erfüllbar ist, muss nun der noch zu bestellende Insolvenzverwalter prüfen.
Auch weitere Gesellschaften der Unternehmensgruppe sind betroffen. Laut "ORF Vorarlberg" summieren sich die Schulden der Waibel-Gruppe auf 24,8 Millionen Euro. Insgesamt geht es demnach um 84 Dienstnehmer und 113 Gläubiger.