"Blumen gießen"– neue Doskozil-Attacke auf Kurz

Hans Peter Doskozil kritisiert die Mini-Lösungen der Regierung.
Hans Peter Doskozil kritisiert die Mini-Lösungen der Regierung.Denise Auer, Picturedesk
Die Öffnung der Schani-Gärten am Ende des Monats geht Burgenlands Hans Peter Doskozil nicht weit genug. Er kritisierte "Alibi-Lösungen" und PR-Reisen.

Mit Mini-Schritten aus dem Lockdown. Wie berichtet, hat die Bundesregierung am Montag angekündigt, dass die Gastronomie im Osten Österreichs am 27. März öffnen darf – allerdings nur die Schanigärten. Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SP), der im Vorfeld mit seinem "Plan B" aus der Krise für ein breiteres Aufsperren plädiert hatte, geht dies nicht weit genug. Am Dienstag donnerte er von Eisenstadt aus Richtung Wien: "Bundeskanzler Kurz hat weiter nur Alibi-Lösungen und Schein-Maßnahmen zu bieten. Es gibt noch immer keine verlässlichen Perspektiven für Gastronomie, Tourismus, Sport und Kultur – dabei sind das genau die Gesellschaftsbereiche, in denen mit durchdachten Sicherheitskonzepten Lockerungen möglich und vertretbar wären."

HINTERGRUND: "Normal leben" – Doskozil will Lockdowns beenden >>

Dosko will Gastro öffnen

Doskozil führt auch Kritik der burgenländischen Hotellerie ins Treffen, deren Bedürfnisse "von der Bundesregierung völlig ignoriert" werde. Die Gastronomie wäre – so der wortgewaltige Landeschef – dazu bereit, umfassende Testkonzepte umzusetzen und damit für ein hohes Sicherheitsniveau zu sorgen. Doskozil mutmaßt: "Der Bund nimmt aber offenbar lieber in Kauf, dass sich das Freizeitverhalten in den Privatbereich verlagert, wo das Risiko sicher schwerer kalkulierbar ist." Mangels einer klaren Strategie bröckle "nun sogar die Unterstützung eines engen Weggefährten wie Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer weg", befindet Doskozil.

"Im Herbst wird es so viel Impfstoff geben, dass wir damit die Blumen gießen können."

Auch der Ankündigung von Kanzler Kurz, mit Israel und Dänemark eine eigene Impfstoffproduktion anzudenken, kann Doskozil nicht sehr viel abgewinnen. Von der bevorstehenden Israel-Reise des Kanzlers am Donnerstag sei "diesbezüglich nichts zu erwarten", so der Landeschef: "Das ist wohl nur eine weitere PR-Aktion. Den Beweis, dass es ihm um einen eigenständigen Weg Österreichs geht, hätte der Kanzler schon im Vorjahr antreten können. Lösungen für mehr Impfstoff brauchen wir jetzt und nicht erst im Herbst, wo es laut Vertretern der Produktionsfirmen so viel Impfstoff geben wird, dass wir damit die Blumen gießen können."

WEITERLESEN: 6 Millionen Österreicher jährlich impfen: Die Überlegungen von Kanzler Kurz >>

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:
CoronavirusCoronatestVirus

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen