Der Blutdruck gilt als einer der wichtigsten Indikatoren für die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems. Liegt er dauerhaft über dem Normalbereich, steigt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden deutlich an. Da Bluthochdruck oft lange unbemerkt bleibt, wird er auch als "stiller Killer" bezeichnet.
Die gute Nachricht: Wer seine Werte kennt, kann frühzeitig gegensteuern. Die schlechte: Die Grenzwerte haben sich verschoben – und zwar nach unten.
Wie chip.de unter Berufung auf die ESC-Leitlinie von 2024 und den NDR berichtet, gilt ein optimaler Blutdruck heute bei etwa 120/70 mmHg oder darunter. Die neue Definition lautet: Bereits Werte über 120 mmHg systolisch oder über 70 mmHg diastolisch gelten als erhöht.
Nicht erhöhter Blutdruck liegt vor, wenn der systolische Wert unter 120 mmHg und der diastolische unter 70 mmHg liegt. Als erhöht gelten Werte von 120 bis 139 mmHg systolisch beziehungsweise 70 bis 89 mmHg diastolisch. Von Bluthochdruck (Hypertonie) spricht man ab 140/90 mmHg.
Wer erhöhte Werte bei sich feststellt, sollte ärztlich abklären lassen, ob weitere Risikofaktoren vorliegen – etwa Diabetes, Herzschwäche oder familiäre Hypercholesterinämie.
Einzelne Blutdruckmessungen besitzen nur begrenzte Aussagekraft. Im Tagesverlauf schwankt der Blutdruck je nach körperlicher und psychischer Belastung. Aussagekräftiger sind eine 24-Stunden-Langzeitmessung oder wiederholte Selbstmessungen über mehrere Tage.
Bei der Messung zu Hause solltest du auf standardisierte Bedingungen achten: Morgens und abends messen, jeweils zwei Messungen im Abstand von zwei Minuten. Die Manschette gehört auf Herzhöhe. Vor der Messung mindestens fünf Minuten ruhig sitzen. Auf Alkohol, Nikotin und Koffein 30 Minuten vorher verzichten. Während der Messung nicht sprechen.
Übrigens: Auch eine volle Blase kann den Blutdruck vorübergehend um 10 bis 30 mmHg erhöhen. Daher vor dem Messen besser noch einmal zur Toilette gehen.