Neue Studie

Parkinson: Wissenslücken trotz hoher Testbereitschaft

Viele würden sich auf die Erkrankung testen lassen, doch frühe Symptome von Parkinson erkennt kaum jemand – das zeigt nun eine deutsche Studie.
Heute Life
13.04.2026, 12:20
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Zittern, steife Bewegungen, langsame Schritte – so stellen sich die meisten Menschen Parkinson vor. Doch genau dieses Bild greift oft zu kurz: Die Krankheit beginnt meist lange, bevor diese Symptome sichtbar werden. Und genau hier liegt das Problem: Während die Bereitschaft zur Früherkennung hoch ist, fehlt es vielen am entscheidenden Wissen.

Großes Interesse

Eine repräsentative deutsche Umfrage des Biotech-Unternehmens MODAG unter 1.000 Personen zeigt ein widersprüchliches Bild: Zwar erkennen 57,9 Prozent Parkinson korrekt als Erkrankung des zentralen Nervensystems. Doch mehr als vier von zehn Befragten liegen daneben.

Ein Teil hält Parkinson fälschlicherweise für eine Störung des Bewegungsapparats, andere für eine psychische oder Durchblutungsstörung. Das zeigt: Die Krankheit ist unter Leuten zwar bekannt, wird aber oft missverstanden.

Frühe Warnsignale kaum bekannt

Beim Thema Symptome dominiert ein klares Bild: 80,8 Prozent nennen Zittern und Bewegungssteifheit. Doch genau das ist nur die Spitze des Eisbergs: Frühwarnzeichen, die oft Jahre vor den typischen Beschwerden auftreten, kennen nur wenige.

Lediglich 12,5 Prozent wissen, dass ein nachlassender Geruchssinn ein Hinweis sein kann. Schlafstörungen (11,1 Prozent) oder Verdauungsprobleme (9,6 Prozent) werden ebenfalls selten genannt. Dabei sind es genau diese unscheinbaren Veränderungen, die eine frühzeitige Diagnose ermöglichen könnten.

Diagnose: Ein langer Weg

Auch beim Thema Diagnose herrscht Unsicherheit: Nur knapp 30 Prozent wissen, dass es oft Jahre dauert, bis Parkinson eindeutig festgestellt wird. Viele glauben hingegen, ein einfacher Test könne die Erkrankung schnell bestätigen, doch so einfach ist es derzeit nicht.

"Patienten benötigen oft zwei bis drei Jahre, bis die Diagnose gesichert ist", erklärt Johannes Levin, Arzt und Chief Medical Officer bei MODAG. In dieser Zeit leben viele Betroffene in Unsicherheit – ohne Klarheit und ohne gezielte Behandlung.

Bevölkerung scheut sich nicht vor Testung

Gleichzeitig zeigt die Umfrage: Das Interesse an Früherkennung ist groß. 40 Prozent der Befragten würden einen zuverlässigen Test sofort machen, weitere 44,2 Prozent nach ärztlicher Rücksprache.

Auch das Bewusstsein für die Bedeutung früher Diagnosen ist vorhanden: 72,7 Prozent sind überzeugt, dass diese den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können.

Aufklärungslücke bleibt

Trotzdem fühlen sich viele schlecht informiert: Fast die Hälfte der Befragten gibt an, über Früherkennungsmöglichkeiten kaum oder gar nicht Bescheid zu wissen. "Solange Parkinson in den Köpfen eine reine Zitterkrankheit bleibt, kommen Betroffene zu spät zum Arzt", warnt Torsten Matthias, Mediziner und Geschäftsführer bei MODAG. "Dieses Bild müssen wir korrigieren und die Aufklärungslücke schließen."

Angst vor dem Verlust der Selbstständigkeit

Die Diagnose Parkinson ist für viele mit großen Sorgen verbunden: 64,5 Prozent fürchten, im Alltag ihre Selbstständigkeit zu verlieren. Weitere 39,1 Prozent haben Angst vor fehlenden Therapieoptionen. Auch gesellschaftliche Stigmatisierung spielt für viele eine Rolle.

Dabei betonen Experten: Frühzeitige Klarheit kann helfen, schneller mit Therapien zu beginnen und das Leben aktiv zu gestalten.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 13.04.2026, 12:23, 13.04.2026, 12:20
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