"Nur Auschwitz würde helfen"

Aufregung nach Nazi-Sager – jetzt spricht der Arzt

Im Landesklinikum Horn soll ein Primar mit einem Nazi-Sager für Empörung gesorgt haben. Der Mediziner bedauert sein Verhalten zutiefst.
Niederösterreich Heute
01.04.2026, 10:40
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Im Dezember 2025 sorgte ein Primar des Landesklinikums Horn mit einer schwerwiegenden, menschenverachtenden Aussage über einen übergewichtigen Patienten für Aufregung – "Heute" berichtete. Demnach soll bei einer Dienstbesprechung der Satz "Nur mehr Auschwitz würde hier helfen" gefallen sein.

Über einen anonymen Brief, der an "MeinBezirk" übermittelt wurde, gelangte der Fall in die Öffentlichkeit. Zudem wurde dem Mediziner Mobbing vorgeworfen. Das Pflegepersonal würde sich weigern, den Primar auf Visiten zu begleiten.

Arzt bricht sein Schweigen

Für den Arzt hatte der Vorfall schwerwiegende Folgen. Die NÖ Landesgesundheitsagentur (LGA) zog die Reißleine und stellte den Mediziner vom Dienst frei. Des Weiteren sehe er sich nun mit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft aufgrund von Wiederbetätigung konfrontiert, berichtet die "Kronen Zeitung".

Vorerst hüllte sich der betroffene Primar in Schweigen, nun geht er jedoch über seinen Anwalt an die Öffentlichkeit und schildert seine Sicht auf die Dinge. So soll er damals einen Patienten mit einem Body-Mass-Index über 50 aufgrund einer Knieverletzung behandelt haben. Als erste Maßnahme empfahl der Arzt, dem Verletzten an Gewicht zu verlieren.

Als der Patient dem Primar dann erklärt hätte, dass er dies bereits mithilfe einer Abnehmspritze versucht habe, soll es zu verbalen Entgleisung des Arztes gekommen sein. "Man kann auch ohne Spritze abnehmen, es ist damals in Auschwitz probiert worden", soll der Mediziner laut seines Anwalts gesagt haben. Der Arzt wisse nicht, was zu diesem Zeitpunkt in ihn gefahren sei. Er bereue seine Aussage zutiefst.

Mediziner bestreitet Vorwürfe

Von einer nationalsozialistischen Gesinnung wolle der Primar nichts wissen. Er habe einen "jüdischen Background" und sei in Ungarn "kommunistisch erzogen" worden. Des Weiteren soll er auch keine Mitarbeiter des Spitals gemobbt haben. Vielmehr würde ihm die Belegschaft nachtrauern.

Der Anwalt unterstreicht dies mit einem Brief, den 22 Mitarbeiter des Spitals unterschrieben haben sollen. Darin sprechen sie dem gefeuerten Mediziner ihre Solidarität aus. Die Mobbing-Vorwürfe gegen den Primar seien unwahr. Zudem sollen 38 weitere Bedienstete des Spitals einen gemeinsamen Dank-Brief an den Arzt geschrieben haben.

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