Ein bisher interner Vorfall im Landesklinikum Horn hat sich zu einem massiven Skandal ausgeweitet. Laut "MeinBezirk" führte eine entsetzliche Äußerung eines Primars – und die anschließende Reaktion verunsicherter Mitarbeiter – schließlich zur fristlosen Entlassung des Arztes durch die Landesgesundheitsagentur NÖ. Die Entlassung wurde "Heute" auf Nachfrage bestätigt.
Die Absender eines anonymen Leserbriefs an "MeinBezirk" werfen dem Primar vor, während einer Besprechung eine schwerwiegende, menschenverachtende Aussage über eine übergewichtige Patientin getätigt zu haben. Wörtlich soll der Arzt gegenüber Mitarbeitern gesagt haben: "Nur mehr Auschwitz würde hier helfen." Dieses Zitat wurde "MeinBezirk" laut eigenen Angaben von Mitarbeitern gemeldet.
Im Schreiben, so "MeinBezirk", wird zudem ein belastendes Arbeitsumfeld geschildert: "Das Pflegepersonal weigert sich zunehmend, ihn auf Visiten zu begleiten. Dieses Verhalten ist eine Schande für das Klinikum Horn und muss sofort Konsequenzen haben."
Die NÖ Landesgesundheitsagentur (LGA) reagierte sofort auf den Hinweis. Auf Nachfrage heißt es von der LGA in einem Statement gegenüber "Heute": "Nach Bekanntwerden des Vorfalls am Freitag wurde die betroffene Person unverzüglich vom Dienst freigestellt. Nach dienstrechtlichen Erhebungen wurde nun zum ehestmöglichen Zeitpunkt das Dienstverhältnis mit sofortiger Wirkung beendet."
Weiter heißt es von der Agentur: "Wichtig ist uns zu betonen, dass derartige Äußerungen im direkten Widerspruch zu unseren Grundwerten stehen, aufs Schärfste zu verurteilen sind und von uns in keiner Weise toleriert werden. Derartige Aussagen stellen zudem eine massive Verletzung der dienstlichen Pflichten dar."
Gegenüber den Bezirksblättern erläuterte Kommunikationsleiter Matthias Hofer, der Primar sei bereits am Freitag außer Dienst gestellt worden. Das persönliche Gespräch zur fristlosen Kündigung habe aufgrund des Feiertages erst am darauffolgenden Dienstag stattfinden können. Hofer stellte klar: "Solche Sachen haben absolut keinen Platz, auch trotz Ärztemangel in unserer Branche."
Vonseiten der Polizei erklärte Pressesprecher Stefan Loidl gegenüber "Heute": "Uns liegen bislang keine Informationen in diesem Fall vor. Auch eine Anzeige ist uns nicht bekannt."
Gegenüber den Bezirksblättern gab Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Andreas Riedl zudem bekannt: "Uns liegt keine arbeitsrechtliche Anzeige zu dieser Geschichte vor, die natürlich ein Wahnsinn ist."