"Ich habe in der Früh aus den Medien erfahren, dass diese Gewalttat in Wilfersdorf stattgefunden hat und dann kamen natürlich immer wieder Anrufe von besorgten Bürgern, die gefragt haben: "Was ist hier passiert?", sagte Bürgermeister Josef Tatzber am Mittwoch im "Heute"-Gespräch.
Das Paar sei erst seit Kurzem in Wilfersdorf, zog vor einem halben Jahr in die 2.000-Einwohner-Gemeinde im Bezirk Mistelbach.
"Es ist schwer, nach so einer Tat beruhigende Worte zu finden. Man muss jetzt aber alles aufarbeiten, was sind die Hintergründe usw.", erklärt das Gemeindeoberhaupt. Und weiter: "Wir glauben immer, das ist alles sehr weit weg, aber heute sind wir direkt ins Zentrum gerückt und das macht uns natürlich alle sehr betroffen, dass direkt vor der Haustür diese Taten genauso stattfinden können, wie überall anders! Das müssen wir jetzt erstmal verarbeiten – und trotzdem den Blick nach vorne richten."
Wie berichtet, hatte ein Bekannter in den Abendstunden des 13. Jänner 2026 auf der Polizeiinspektion Mistelbach Anzeige erstattet – der Tatverdächtige habe ihm über eine Bluttat erzählt.
Bei einer ersten Einvernahme zeigte sich der 47-Jährige umfassend geständig, seine Lebensgefährtin (36) am 5. Jänner 2026 nach einem vorangegangenen Streit erdrosselt zu haben, dann soll er die Leiche in seinem Keller versteckt haben, bevor ihn offenbar das schlechte Gewissen packte und er die Tat einem Freund beichtete.
In einem emotionalen Facebook-Posting zeigt sich die Gemeinde Wilfersdorf zutiefst betroffen: "Wir sind erschüttert über den kürzlich in Wilfersdorf verübten Femizid, bei dem eine Gemeindebürgerin durch Gewalt ihres Partners ums Leben gekommen ist. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen und allen Betroffenen."
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
Weiter heißt es: "Die Marktgemeinde Wilfersdorf verurteilt jede Form von Gewalt an Frauen und Mädchen sowie jegliche Gewalt innerhalb von Partnerschaften mit aller Deutlichkeit. Gewalt ist niemals zu rechtfertigen und verletzt grundlegende Werte wie Menschenwürde, Respekt und Gleichberechtigung. Wir möchten ausdrücklich betonen: Betroffene von Gewalt sind nicht allein. Es gibt zahlreiche professionelle und anonyme Hilfsangebote, die Schutz, Beratung und Begleitung bieten. Wer selbst betroffen ist oder Gewalt in seinem Umfeld beobachtet, sollte Hilfe in Anspruch nehmen. Schweigen schützt Täter, nicht Opfer."
Zum Schluss heißt es: Dieses tragische Ereignis soll "uns mahnen, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und dafür zu sorgen, dass Frauen in unserer Gemeinde sicher leben können."
Auch Niederösterreichs Frauen-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister verurteilt die Taten aufs Schärfste und bekräftigt die entschlossene Haltung des Landes im Kampf gegen Gewalt an Frauen. "Jeder Frauenmord ist einer zu viel. Es reicht. Niederösterreich unternimmt große Anstrengungen im Kampf gegen Gewalt an Frauen – und dennoch zeigt jeder einzelne dieser Fälle auf dramatische Weise, wie wichtig Prävention, Schutz und rasche Hilfe sind", so Teschl-Hofmeister. "Es gibt keine Entschuldigung und keine Erklärung für eine solche Tat. Mord ist Mord."
Gleichzeitig betont die Landesrätin: "Frauen in schwierigen Lebenslagen stehen oft vor großen Hürden, wenn es darum geht, Unterstützung zu suchen oder anzunehmen. Scham, Angst und Unsicherheit spielen dabei eine zentrale Rolle – insbesondere bei Frauen, die Gewalt erfahren haben. Ich möchte ausdrücklich darauf aufmerksam machen, dass leicht erreichbare und verlässliche Beratungs- und Anlaufstellen für Menschen in schwierigen Situationen immer erreichbar sind."