Während ganz Wien ins neue Jahr feierte, hatten die Einsatzkräfte der Berufsrettung jede Menge zu tun. Insgesamt 1.135 Mal mussten Sanitäter ausrücken – das sind deutlich mehr Einsätze als in den beiden Vorjahren – 2024 waren es 993 Einsätze, im Jahr 2024 wurde die Berufsrettung 1.013 Mal alarmiert.
Besonders dramatisch: Gleich drei Personen erlitten schwere Verletzungen durch Böller. Bereits um 17.45 Uhr kam es in Wien-Hietzing zum ersten folgenschweren Unfall. Ein 13-jähriger Bub stürmte schwer verletzt auf ein Rettungsteam zu – ihm war ein Böller in der Hand explodiert. Zwei Finger mussten teilamputiert, der Jugendliche unter Schmerzmedikation in einen Schockraum eingeliefert werden.
Kurz vor 23 Uhr erwischte es in der Brigittenau einen 22-jährigen Touristen. Ein Knallkörper traf den jungen Mann im Gesicht – das Resultat: Der 22-Jährige zeigte dabei schwere Verletzungen auf einem Auge, Verbrennungen im Gesicht sowie Schnittverletzungen. Weiters klagte der 22-Jährige über Hörprobleme. Die Teams der Berufsrettung Wien versorgten den Patienten. Nach der notfallmedizinischen Versorgung wurde der Verletzte auf eine Verbrennungsintensivstation gebracht.
Appell der Polizei an die Bevölkerung
• Verwenden Sie niemals Pyrotechnik, für die Sie nicht ausgebildet sind. Raketen und Kugelbomben explodieren und sind keine harmlosen Spielzeuge.
• Sensibilisieren Sie Jugendliche in Ihrem Umfeld – häufig sind es gerade junge Menschen, die durch Böller und Explosionen schwer verletzt werden.
• Kaufen Sie nur im autorisierten Fachhandel Pyrotechnik mit echtem CE-Kennzeichen – Billigware aus dem Ausland oder aus dem Internet ist oft illegal und lebensgefährlich (fehlende Produktionsstandards, keine Nachweise über Inhaltsstoffe oder fachgerechte Verarbeitung etc.).
• Verwenden Sie Pyrotechnik nur dort, wo es erlaubt und gegenüber Mitmenschen vertretbar ist.
Kurz vor Mitternacht erreichte die Wiener Rettungsleitstelle dann der nächste Notfall mit schweren Verletzungen. Fünf Minuten vor Mitternacht hatte ein 14-Jähriger in Wien-Favoriten mit einem Böller hantiert. Der Kracher explodierte zu schnell, riss dem Buben die Hand weg.
Ein Team der Berufsrettung Wien übernahm die notfallmedizinische Versorgung, danach wurde der Jugendliche in einen Schockraum gebracht. Immer wieder gab es in der Silvesternacht Einsätze wegen Raketen und Knallern. Die Opfer erlitten Verbrennungen im Gesicht, an den Händen, Augenverletzungen und Gehörprobleme.
Am Kahlenberg meldete ein 22-Jähriger kurz vor Mitternacht, dass er von einem Böller getroffen worden sei. Er verschluckte laut eigenen Angaben sogar einen Teil des Knallkörpers. Mit Übelkeit und brennenden Schmerzen im Hals kam er leicht verletzt ins Krankenhaus. Die Zahl der Notrufe in Wien stieg zu Silvester so stark an wie seit Jahren nicht – in nur 24 Stunden gab es 1.135 Einsätze.