Sehr höflich, aber einfach gestrickt, stand ein ehemaliger Sonderschüler heute in St. Pölten Rede und Anwort vor Gericht. Er soll am 20. Oktober 2019 der Polizei Amstetten mit einer Bombe gedroht haben. Er soll dabei mehrmals den europäischen Notruf "112" gewählt haben. Einmal soll er laut Anklage gesagt haben, dass alle sterben würden. Wenig später rief er wieder an und fragte: "Hallöchen, habt ihr die Bombe schon gesucht?"
Die Polizeiinspektion in Amstetten wurde in der Folge geräumt, Sprengstoffhunde und ein Großaufgebot der Exekutive waren im Einsatz ("Heute" berichtete).
Ende November wurde der Verdächtige von der Cobra festgenommen, das Handy des Verdächtigen sichergestellt ("Heute" berichtete).
Vor Gericht stritt der 27-Jährige alles ab. Seine Version: "Ich arbeitete zu jener Zeit als Hilfsarbeiter auf einer Baustelle. Ich glaube, ein anderer hat mein Handy genommen und angerufen." Laut Stimm-Gutachter war die Stimmanalyse indes dem Angeklagten zuordenbar.
Wenig später kam der Angeklagte mit folgender Erklärung vor Gericht: "Ich war zum Tatzeitpunkt mit meiner Freundin unterwegs. Sie kann das bezeugen." Der gutmütige Richter vertagte den Prozess erneut (Anm.: es war der bereits zweite Prozesstag) und lud noch die "besachwalterte" Lebensgefährtin (Anm.: hat Erwachsenenvertreter) und einen Ermittler als Zeugen vor. Es gilt die Unschuldsvermutung.