Acht Monate nach dem Amoklauf am 10. Juni 2025 wird am BORG Dreierschützengasse intensiv umgebaut. Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, laufen die Arbeiten bereits seit Weihnachten. Mit Beginn des kommenden Schuljahres soll der Unterricht wieder im Regelbetrieb stattfinden.
Doch einfach zur Tagesordnung übergehen kann die Schule nicht. "Es ist keine entweder-oder-Frage, es ist ein sowohl-auch-Thema", sagt Barbara Juen, Leiterin der Psychosozialen Dienste des Roten Kreuzes und Expertin für Großschadensereignisse. Das BORG müsse sich nicht entscheiden, ob es an den Amoklauf erinnert oder sich voll dem Alltag widmet. "Die Schule wird dieses Ereignis nicht mehr los, aber sie kann entscheiden, wie man damit umgeht", so Juen.
Konkret werden jene Klassenzimmer, in denen Kinder getötet wurden, nicht mehr als Unterrichtsräume genutzt. Laut Bericht sollen dort ein Raum der Stille oder Teile einer Loggia entstehen. Zusätzlich wird an einem neuen Farbkonzept gearbeitet. Auch über eine dauerhafte Form des Gedenkens wird intensiv diskutiert. Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner bestätigte, dass die Eltern der verstorbenen Kinder eng in diesen Prozess eingebunden werden sollen.
Parallel dazu wurde die Schulpsychologie schrittweise aufgestockt. Für die Schüler steht dauerhaft psychologisches Personal zur Verfügung. Michaela Halper vom Traumpädagogikzentrum berichtet, dass die Unterstützungsangebote über den Sommer gut angenommen worden seien. Der Übergang zurück in den Schulalltag sei nach allem, was sie mitbekomme, gut gelungen.
Eines aber werde bleiben, betont Expertin Juen: "Es ist ein Irrglaube, dass Trauer jemals verschwindet, sie wird auf ewig bleiben und die Betroffenen für immer begleiten. Wir können nur hoffen, dass maximal Narben und keine offenen Wunden bleiben."