Auf den hochrangigen Straßen in der Steiermark spielt sich Freitag eine Ausnahmesituation ab. Der ÖAMTC spricht von einer Lage, wie es sie in dieser Form bisher kaum gegeben hat.
"Die Steiermark ist de facto für den Individualverkehr nicht mehr erreichbar", sagte Harald Lasser vom Verkehrsklub. Sowohl die Pyhrnautobahn (A9) als auch die Südautobahn (A2) seien an mehreren Stellen blockiert, weil Unfälle passiert oder Fahrzeuge hängengeblieben sind. Er warnte eindringlich vor Fahrten.
Besonders dramatisch war die Lage am Vormittag auf der A9. Laut Lasser war die Strecke gleich an vier Punkten dicht: bei Traboch, zwischen St. Michael und dem Gleinalmtunnel, bei Wildon sowie beim Plabutschtunnel, der vorübergehend gesperrt werden musste.
Auch die Ausweichroute über die Semmering Schnellstraße (S6) half nicht weiter. Der Massenbergtunnel in Leoben musste geschlossen werden, damit war auch dort kein Durchkommen mehr möglich.
Auf der Südautobahn (A2) gab es laut Lasser auf steirischem Gebiet praktisch keinen Abschnitt mehr, auf dem der Verkehr noch flüssig lief. Die Schwierigkeiten begannen bereits auf Kärntner Seite der Pack zwischen Bad St. Leonhard und dem Steinberg.
Zwischen Hartberg und Pinggau stand der Verkehr über Stunden hinweg den ganzen Vormittag still. "Es sind also de facto alle wichtigen Autobahnen und Schnellstraßen in der Steiermark betroffen", so Lasser.
Eine rasche Entspannung ist nicht in Sicht. Die angespannte Lage werde sich voraussichtlich auch am Nachmittag und am Abend nicht wesentlich bessern.
"Wer nicht unbedingt fahren muss, soll es lassen", sagte er mahnend und bat die Warnungen der Behörden ernst zu nehmen. Zusätzlich machte er auf zahlreiche Kettenpflichten für Lkw auf weiten Autobahnabschnitten aufmerksam.