Brisante Enthüllung rund um den Ukraine-Krieg: Ein internationales Rechercheteam will herausgefunden haben, dass in russischen Drohnen auch Bauteile eines steirischen Technologieunternehmens stecken. Dabei sollen bestehende EU-Sanktionspakete genau das eigentlich verhindern, das berichtet der ORF.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs ist der Kreml mit insgesamt 19 Sanktionspaketen der Europäischen Union konfrontiert. Ziel der Maßnahmen ist es unter anderem, zu verhindern, dass das russische Militär an hoch technologisierte Bauteile aus Europa gelangt.
Laut Recherchen unter anderem des "Standard" und der britischen "Times" sollen dennoch entsprechende Komponenten in sogenannten "Geran-2-Drohnen" verbaut worden sein. Mit diesen rund dreieinhalb Meter langen unbemannten Fluggeräten wurde die Ukraine im Vorjahr tausende Male angegriffen. Die Drohnen werden in Russland produziert und können Sprengköpfe mit einem Gewicht von bis zu 90 Kilogramm transportieren.
Bei der Analyse abgestürzter "Geran-2-Drohnen" in der Ukraine habe sich laut Rechercheteam gezeigt, dass Bauteile von mindestens 19 europäischen Unternehmen verbaut sind, darunter Mikro-Chips oder Transistoren. Entdeckt worden seien auch Sensoren zur Positions- sowie Geschwindigkeitsbestimmung aus der Steiermark. Diese stammen laut diesen Recherchen vom Unternehmen Ams-Osram mit Sitz in Premstätten südlich von Graz.
Das Unternehmen reagierte mit einer schriftlichen Stellungnahme: "Wir nehmen die Fälle sehr ernst und empfinden sie als sehr bedrückend. Ams-Osram hält sich strikt an alle anwendbaren Sanktionen und hat sämtliche direkte und indirekte Geschäftsbeziehungen nach Russland eingestellt. Die Bauteile wurden ursprünglich 2019 und 2024 an Kunden nach Hongkong geliefert."
Demnach wurden die in den Drohnen entdeckten Bauteile ursprünglich für den zivilen Markt produziert. Über diesen Umweg dürfte Russland in weiterer Folge an die Technologie gelangt sein.