Wirtschafts-Beben bei Graz

Große Sorge um 1.300 Jobs – ams-Osram verkauft Anteile

Der Chip- und Sensorhersteller ams-Osram verkauft Anteile an den Infineon-Konzern. Standortminister Peter Hanke pocht auf eine Beschäftigungsgarantie.
Newsdesk Heute
04.02.2026, 08:55
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Seit Wochen wurde über einen möglichen Verkauf zentraler Geschäftsbereiche des Unternehmens ams-OSRAM mit Sitz im steirischen Premstätten (Graz-Umgebung) an Infineon Deutschland spekuliert, am Dienstagabend wurde dies bestätigt. In einem Telefonat wurde Innovations- und Standortminister Peter Hanke (SPÖ) von ams-OSRAM -Geschäftsführer Aldo Kamper über die Entscheidung informiert.

"Mir wurde versichert, dass sowohl ams-Osram als auch Infineon trotz des Verkaufs des Medizin- und Industriegeschäfts alles geben werden, um den Standort Premstätten zu erhalten und den Großteil der Arbeitsplätze zu erhalten. Ich gehe davon aus, dass sich dies nicht als leere Worthülsen erweisen wird", erklärt Hanke in einer ersten Reaktion.

Peter Hanke, SPÖ-Minister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, pocht auf eine Arbeitsplatzgarantie für die 1.300 Angestellten in der Steiermark.
Sabine Hertel

Bundesminister Hanke hatte sich bis zuletzt hinter den Kulissen für eine österreichische Lösung eingesetzt, von der die Belegschaft, aber auch der heimische Standort profitiert hätten. Nun müsse es darum gehen, den Betroffenen rasch Sicherheit zu geben, betonte Hanke, der seitens ams OSRAM sowohl eine Standort- als auch eine Beschäftigungsgarantie forderte.

Schulden in Milliardenhöhe

Insgesamt beschäftigt das Unternehmen in der Steiermark rund 1.300 Personen. Seit der Übernahme des deutschen Leuchtenherstellers Osram kämpft man mit hohen Schulden. Diese belaufen sich laut Ö1-Morgenjournal auf über zwei Milliarden Euro.

Kleine Teile des Konzerns, der weltweit rund 20.000 beschäftigt, hat ams bereits verkauft. Seit Jahresbeginn machten aber Gerüchte die Runde, wonach auch weitere Teile verkauft werden. Das Hauptwerk in Premstätten soll weitergeführt werden. Um Schulden abzubauen, trennt man sich nun um rund 570 Millionen Euro von einem Teil des Sensorgeschäfts.

Infineon will mit dem Kauf seine Marktposition stärken. Hier liegt das Augenmerk auf nicht optischen Sensoren für die Industrie – etwa für Teile von Computertomografen. Die unmittelbaren Auswirkungen dürften sich für den Großteil der Beschäftigten vorerst in Grenzen halten. Lediglich 70 Angestellte sollen vom Standort Premstätten ins nahe gelegene Infineon-Werk nach Graz übersiedeln.

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