Der britische Premierminister Andy Burnham hat eine umfassende Diskussion über die künftigen Beziehungen seines Landes zur Europäischen Union angestoßen.
Dabei schloss er einen möglichen Wiedereintritt Großbritanniens in die EU nicht aus.
Burnham erklärte am Mittwoch im Gespräch mit der BBC, man müsse ohne Vorbehalte alle Optionen prüfen. Diese könnten vom Beibehalten des aktuellen Status quo über eine Zollunion bis hin zu einer Rückkehr in den EU-Binnenmarkt reichen. 'Oder wir könnten den ganzen Weg gehen', fügte er hinzu und deutete damit einen möglichen Wiederbeitritt zur EU an.
Wie die APA meldet, hatte Burnham bereits bei einem Labour-Parteitag betont: Der Brexit habe '"mehr Schaden als Nutzen angerichtet".
Burnham, der im Juli Keir Starmer als Premierminister ablöste, plant, beim britisch-europäischen Gipfel im November die langfristigen Beziehungen zur EU zu erörtern.
Er hatte schon zuvor gesagt, er würde es begrüßen, wenn Großbritannien noch zu seinen Lebzeiten wieder der EU beitreten würde. Das Land könne sich laut Burnham kein weiteres Jahrzehnt der Unsicherheit leisten.
Die Aussagen des Premiers sorgten in den britischen Medien für viel Aufsehen. Seit dem Brexit 2020 hatten bisherige Regierungschefs, darunter auch Burnhams Vorgänger Starmer, einen Wiedereintritt ausgeschlossen.
Ein erneuter Beitritt zur EU wäre ein langwieriger Prozess, da es für ehemalige Mitglieder kein Sonderverfahren gibt. Großbritannien müsste einen regulären Antrag stellen, der von allen EU-Mitgliedstaaten ratifiziert werden müsste.
Großbritannien hatte 2016 in einem Referendum für den EU-Austritt gestimmt. Die Frage der EU-Mitgliedschaft polarisiert das Land weiterhin stark.