Briten wittern Schiebung hinter Rosbergs Fehler

Bild: imago sportfotodienst

Nach dem Mercedes-Doppelsieg am Sonntag beim Grand Prix von Italien in Monza glauben britische Medien, Nico Rosberg habe Lewis Hamilton absichtlich gewinnen lassen. Der WM-Leader dementierte aber umgehend.

glauben britische Medien, Nico Rosberg habe Lewis Hamilton absichtlich gewinnen lassen. Der WM-Leader dementierte aber umgehend.

Es war die 29. Runde: Hamilton schien in Rosbergs Rückspiegeln nach seiner Aufholjagd bereits formatfüllend auf. Beide Mercedes-Boliden rasten über die Start-Ziel-Gerade Richtung erster Schikane. Plötzlich ging ein Aufschrei durch das Publikum. Rosberg verbremste sich und musste über den "Notausgang" ausweichen. Hamilton profitierte von dem Missgeschick seines Stallrivalen und übernahm die Führung, die er bis zum Rennende nicht mehr abgab. Der Vorsprung des Deutschen in der WM schmolz dadurch auf 22 Punkte.

Rosberg: "Ich hab's einfach versaut"

Vor allem englische Zeitungen vermuteten, dass hier etwas nicht mit richtigen Dingen zuging - der WM-Leader habe beim Hochgeschwindigkeits-Klassiker Hamilton als "durchgewunken". "War das ein Zerbrechen oder eine Täuschung?" fragte nicht nur der englische Daily Mail. Rosberg dementierte umgehend. "Warum sollte ich so etwas absichtlich machen? Es gab keinen Grund dafür, ich hab's einfach versaut", erklärte der Deutsche, dass lediglich die Verhinderung eines Bremsplatten zu seinem Ausweichmanöver geführt habe. Es sei auch ganz bestimmt keine "Geste" wegen Spa gewesen. "Das dort war ein Fehler, für den ich mich entschuldigt habe.

Wolff nimmt Rosberg in Schutz

Auch die Mercedes-Teamführung dementierte Mutmaßungen, der Kommandostand habe nach dem Belgien-Unfall und dem daraufhin verschärften "Crashverbot" von außen eingegriffen. "Nur paranoide Geister können auf so eine Idee kommen", sagte Motorsportchef Toto Wolff. "Nico hatte die Bremsverteilung auf die Vorderreifen verstellt. Lewis war zu dem Zeitpunkt einfach schneller und hat Druck gemacht. Deshalb ist es passiert. Die Fehler waren zwar nicht Nico like, aber er hat sie auf seine Kappe genommen."

Rosberg war nach seinem zweiten Patzer in der "Prima Variante" bedächtig durch die weißen Hinderniswürfel gerollt, während Hamilton auf der Strecke vorbeisauste. "In seiner zweiten Karriere kann Nico an Slalommeisterschaften teilnehmen", scherzte Wolff und fügte ernster an. "Man kann es auch so sehen, dass er es trocken heruntergefahren hat. Bei 22 Punkten Vorsprung kann Nico einige Male Zweiter werden, ehe es wieder eng wird."

Selbst Wolff gab aber später zu, dass die Optik ein wenig schief ist: "Mathematisch gesehen hat nicht der Pilot gewonnen, der in der WM führt. Aber global gesehen war es das richtige Ergebnis, um die Balance wiederherzustellen. Es ist das Ergebnis, das die meisten Menschen glücklich macht."

APA/red

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