Oberösterreich

Bub (13) lag 39 Tage im Koma, lernt jetzt wieder gehen

39 Tage lang lag ein Bub mit Wundstarrkrampf im künstlichen Tiefschlaf. Nach und nach geht es ihm besser, er kann bereits wieder essen und trinken.
Oberösterreich Heute
01.10.2023, 16:11
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Im Sommer hatte sich ein 13-Jähriger mit Tetanus infiziert. In Folge kam es zu massiven, unwillkürlichen und schmerzhaften Muskelkrämpfen.

"Auslöser ist das Gift eines Bakteriums, das über Wunden, auch wenn es nur kleinste Bagatellverletzungen sind, in den Körper eindringt", wie das Linzer Kepler Klinikum (KUK) damals warnte. "Eine Impfung schützt effektiv vor dieser lebensbedrohlichen Erkrankung".

"Erste Gehversuche"

Mit der Zeit geht es dem Betroffenen besser: "Es beginnen bereits die ersten Gehversuche, das ist sehr erfreulich. Das Essen und Trinken funktioniert schon selbstständig“, erklärte die behandelnde KUK-Oberärztin Arian Biebl gegenüber der "Kronen Zeitung". Inzwischen befindet sich der Bub auf Reha.

"Nach 39 Tagen im künstlichen Tiefschlaf ist jeder Mensch sehr geschwächt, Muskulatur und Motorik müssen neu aufgebaut werden. Ziel ist die vollständige Wiederherstellung“, erklärt die Oberärztin. "Die Chancen stehen gut."

In den vergangenen Wochen regierte die Ungewissheit. In seiner Freizeit hatte sich der Bub am Unterschenkel verletzt, wurde deshalb ins Spital gebracht.

Besonders schlimm: Der 13-Jährige hatte keinen aufrechten Tetanus-Impfschutz und infizierte sich über seine Wunde mit den gefährlichen Bakterien. In Folge brach der Wundstarrkrampf aus.

"Die einzige Möglichkeit, Menschen am Sterben zu hindern, ist, stärkste Intensivmittel einzusetzen, die unweigerlich zum Tiefschlaf führen. Das ist die einzige Chance, Tetanus zu überleben“, so Biebl. In Folge befand sich der Teenager in einem 39-tägigen Koma. 

"Große Freude"

Durch die Tetanus-Bakterien ausgelösten Krämpfe können so stark sein, dass sogar Knochen brechen. Deshalb konnten Biebl und ihr Team die Medikation erst reduzieren, als der Bub nicht mehr krampfte. "Das war eine große Freude für das ganze Kinderintensiv-Team, das ihn wirklich gut betreut hatte“, betont die Ärztin.

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