Dass er nicht geimpft war, wurde dem Teenager zum Verhängnis: Nach einer Verletzung am Unterschenkel beim harmlosen Trampolinspringen war der Bazillus in den Körper eingedrungen und hatte zu einer Infektion geführt. Seitdem liegt der 13-Jährige auf der Intensivstation des Linzer Kepler Klinikums und wird rund um die Uhr überwacht.
"Der Patient ist am 39. Tag der intensivmedizinischen Behandlung zur Freude aller ohne Verwirrtheit aus dem Koma erwacht", berichtet Oberärztin Ariane Biebl. Auch Krämpfe sind seit mehreren Tagen nicht mehr aufgetreten.
Wegen der Schwere der Erkrankung, der notwendigen Medikation und des künstlichen Tiefschlafs ist der Bub aber sehr schwach, müde und muss nun entsprechend mobilisiert werden. Im Anschluss an den Krankenhaus-Aufenthalt wird er eine Reha brauchen, um wieder zu Kräften zu kommen.
Darum ist Tetanus so gefährlich
Wundstarrkrampf wird durch Gifte (=Toxin) des Bakteriums Clostridium tetani ausgelöst. Mögliche Infektionsquellen sind Staub, Erde und Ausscheidungen von Tieren (beispielsweise Pferde und Hunde).
Eintrittsstelle für den Erreger sind Verletzungen und Wunden, auch kleinste Verletzungen durch Holzsplitter oder Dornen, die häufig unbemerkt bleiben, kommen dafür infrage.
Das vom Erreger gebildete Gift wandert entlang der Nervenbahnen in Gehirn und Rückenmark. Dann kommt es zu Muskelversteifungen, vor allem im Bereich von Nacken- und Kaumuskulatur. Später tritt eine anfallsartige Starre des ganzen Körpers ein.
"Wir alle sind froh und erleichtert, dass es dem Patienten besser geht. Dennoch appellieren wir weiterhin, Impftermine unbedingt wahrzunehmen, um anderen Kindern ein solches Schicksal zu ersparen", betont Biebl.
Es ist ein dramatischer Befund: Das Kepler Klinikum, das zweitgrößte Spital Österreichs, krankt an massivem Mitarbeitermangel. Der Betriebsrat hat "Heute" vor Kurzem drastische Beispiele genannt.
"Ein Pflegeleiter bekommt im heurigen Sommer nur fünf Tage am Stück Urlaub", berichtete Betriebsratschef Helmut Freudenthaler. Grund dafür sei zu wenig Personal bzw. zu viele Patienten. Viele Kollegen würden sich im Sommer in Summe nicht länger als zwei Wochen frei nehmen können.