"Heute"-Leserin Nicole (36) ist richtig sauer: Mitte April war ihr Sohn Ajub (14) für sie einkaufen. Am Rückweg vom Supermarkt trat er beim Warten an der roten Ampel bei der Kreuzung Eßlinger Hauptstraße / Telefonweg (Donaustadt) leicht gegen ein abgestelltes Rad. "Mein Sohn kann die Füße nicht still halten. Es war aber wirklich nur leicht, das Rad wurde nicht beschädigt", so die Mutter.
Doch die Reaktion des Besitzers, der den Schüler von der anderen Straßenseite aus beobachtete, fiel massiv aus: "Als ich grün hatte, ging ich über die Straße. Ein Mann kam mir entgegen und hat mir – ohne ein Wort zu sagen – mitten auf der Straße mit der Faust ins Gesicht geschlagen", gab Ajub bei der Polizei zu Protokoll.
Der 14-Jährige erlitt eine Jochbeinprellung und wurde von der Rettung ins Spital gebracht. Der Schläger radelte davon. "Mein Sohn war ganz blau im Gesicht", so die Mutter, die natürlich Anzeige erstattete.
Zwei Wochen später erkannte Nicole beim Spazierengehen den knapp 40 Jahre alten Mann wieder. "Ich habe die Polizei gerufen, die den Mann auch einvernommen hat. Er hat zugegeben, dass er meinen Sohn geschlagen hat", so die Wienerin zu "Heute".
Nun der zweite Schlag ins Gesicht: Die Staatsanwaltschaft Wien stellte das Verfahren "wegen Geringfügigkeit" ein. "Man schlägt keine Kinder", ist Nicole fassungslos. Sie sei "tief enttäuscht von der Staatsanwaltschaft ", ihr Land lasse sie und ihren Sohn im Stich. Sie will nun rechtliche Schritte prüfen.