Burgenland

"Leute in Angst" – SPÖ-Ortschef warnt vor Flüchtlingsstrom

Die Flüchtlingssituation im Burgenland spitzt sich weiter zu. Am Grenzübergang spricht Thomas Hoffmann, Schattendorfs Bürgermeister, jetzt Klartext.

An der Grenzübergangsstelle zur ungarischen Nachbargemeinde Ágfalva (Agendorf) winken zwei Bundesheer-Soldaten verdächtige Lkws und Transporter aus dem Verkehr. Die Schlepperkontrollen betreffen den Ortschef weniger, hier stehen illegale Grenzübertritte über Wälder und Felder an der Tagesordnung.

"Wir haben unweit von hier wieder ein großes Lager aufgefasst, wo sämtliche Sachen leider zurückgelassen werden", klagt Thomas Hoffmann im "Heute"-Talk (Video oben). Mit einem Bagger mussten Kleidungsstücke und Restmüll weggeschafft werden.

"Unmut über Begegnungen in Dämmerung"

Für Sichtungen von Flüchtlingen im Siedlungsgebiet entlang der grünen Grenze wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesheer eine Hotline eingerichtet. "Tagtäglich gibt es Aufgriffe in der Ortschaft. Die Leute fragen nach dem Weg", so der SPÖ-Politiker.

Der Kontakt zu ortsfremden Personen sei in manchen Situationen überfordernd. "Die Bewohnerinnen und Bewohner hier in Schattendorf drücken bei mir ihren Unmut über Begegnungen in der Dämmerung und den jetzt früher kommenden Abendstunden aus", offenbart der 38-Jährige.

"Keine Unterstützung seitens Innenministerium"

Seit 2016 befindet sich im ehemaligen Zollhaus der 2.400-Einwohner-Marktgemeinde eine Erstaufnahmestelle. Durch vergitterte Fenster blicken junge Männer nach draußen, die von einer Zukunft in Europa träumen. "Wir sorgen dafür, dass die Menschen, die hier ankommen, versorgt werden und ein schnelles Verfahren bekommen", versichert Hoffmann.

Im Gespräch mit "Heute" wirft der Schattendorfer Ortsvorsteher kein gutes Licht auf VP-Minister Gerhard Karner. "Die Gemeinde wird in keinster Weise seitens des Innenministeriums unterstützt. Die Bevölkerung fühlt sich von der Bundesregierung im Stich gelassen."

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