Rapid entführt drei Punkte aus Salzburg – und macht den Meisterschaftskampf zum Krimi! Und das ist nach dem Spielverlauf komplett verdient: Vor allem aufgrund der zweiten Hälfte, in der die Hütteldorfer zunächst einige Hochkaräter liegen ließen – und spielerisch über weite Strecken dominierten.
Die spielentscheidende Aktion: Joan Gadou leistete seinem Team einen Bärendienst und flog nach einer Notbremse mit Rot vom Platz. Den fälligen Freistoß verwertete Matthias Seidl (79.), der Ball wurde unhaltbar abgefälscht. Niklas Hedl rettete den Sieg in der Nachspielzeit mit einer starken Parade, Frans Krätzig setzte den Nachschuss einen Meter vor dem Tor über den Kasten. Es ist der erste Sieg der Hütteldorfer in der Mozartstadt seit August 2015.
Der Kampf um den Meisterteller spitzt sich damit immer weiter zu: Rapid liegt nun auf dem zweiten Tabellenplatz, punktgleich mit Leader LASK – beide Klubs halten bei 19 Zählern. Die Mozartstädter rangieren mit einem Punkt weniger am Konto "nur" am vierten Tabellenplatz. Beachtlich: Im Meister-Playoff trennen den ersten (LASK) und den Sechsten (Hartberg) bloß zwei Punkte.
Salzburg schlittert durch die Niederlage immer weiter in die Krise. Vor allem die Offensive bereitet Trainer Daniel Beichler Sorgen: Die Bullen blieben die letzten drei Pflichtspiele ohne eigenen Treffer. Und auch spielerisch sind die Leistungen der einstigen Bundesliga-Dominatoren alles andere als schön anzuschauen.
Wohl auch deswegen starteten im Vergleich zur Niederlage vergangene Woche die zwei Offensiv-Akteure Oliver Lukic und Karim Konate anstelle Moussa Yeo und Edmund Baidoo. Bei Rapid gab es gleich drei Änderungen in der Startelf. Ange Ahoussou, Daniel Nunoo und Matchwinner Janis Antiste müssen wieder auf der Bank Platz nehmen. Für sie rücken Jakob Schöller, Bendeguz Bolla und Romeo Amane in die Startformation.
Den ersten Abschluss verbuchte Rapid durch Nicolaus Wurmbrand (2.) ab, auf der Gegenseite rettete Cvetkovic (4.) auf der Linie nachdem Karim Konate den Ball an Hedl vorbeischob. Nach einer munteren Anfangsphase übernahm immer mehr Salzburg das Zepter. Nach einer Doppel-Chance hatten die Hütteldorfer erneut Glück – Karim Konate (26.) traf den Ball aus kurzer Distanz nicht. Dann brachte Schöller (39.) die Gäste nach einem Eckball vermeintlich in Führung. Das Tor wurde aber zurückgenommen weil im Vorfeld ein Handspiel vorlag.
Die zweite Spielhälfte blieb bis zur 57. Spielminute ereignisarm, dann verpasste Rapid dreimal die Führung. Peter Nosa Dahl (57.) verzeichnete einen gefährlichen Abschluss. Nicht einmal 60 Sekunden später köpfelte Andreas Weimann (58.) nach einer Halbfeldflanke an den Pfosten, und dann rettete Alexander Schlager gegen Wurmbrand (61.) mit einer starken Parade. Dann nahm die Salzburger Niederlage ihren Lauf. Gadou (69.) sah nach einem Zupfer als letzter Mann die rote Karte, der resultierende Freistoß von Seidl (71.) landete im Kasten – 1:0 für Rapid. Die einzige gefährliche Chance der Bullen kratzte Niklas Hedl in der Nachspielzeit von der Linie, Frans Krätzig setzte den Nachschuss über den Kasten.