Brisanter Verdacht

Nord-Stream-Anschläge – Ermittler vermuten Ukraine-Plan

Die Bundesanwaltschaft sieht die Nord-Stream-Anschläge als gezielte Sabotage im Auftrag ukrainischer Stellen. Ein Offizier steht nun vor Gericht.
Newsdesk Heute
02.07.2026, 13:57
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Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass die Pläne für die Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines im Auftrag staatlicher Stellen in der Ukraine ausgearbeitet wurden. Das steht in Details der Anklage gegen einen ehemaligen ukrainischen Offizier, die die Behörde in Karlsruhe am Donnerstag veröffentlicht hat. Ziel der Sabotage war laut Anklage, die Gaslieferungen über die Pipelines dauerhaft zu stoppen, damit Russland die Einnahmen nicht mehr für den Krieg gegen die Ukraine verwenden kann.

Bei den Anschlägen im September 2022 wurden die Leitungen, die eigentlich russisches Gas nach Deutschland bringen sollten, durch Sprengsätze schwer beschädigt. Zu diesem Zeitpunkt waren sie aber nicht in Betrieb. Russland hatte die Gaslieferungen über Nord Stream 1 schon kurz davor eingestellt – vermutlich als Antwort auf die westlichen Sanktionen nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Nord Stream 2 wurde überhaupt nie in Betrieb genommen.

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Kurz nach den Anschlägen übernahm die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen. Der Ukrainer Serhii K. wurde im August 2025 im Urlaub in Italien festgenommen und später nach Deutschland ausgeliefert. Er sitzt jetzt in U-Haft, die Anklage gegen ihn wurde am Mittwochabend bekannt. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, Mittäter eines Kriegsverbrechens durch einen Angriff auf zivile Objekte zu sein. Außerdem wird ihm das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, die Zerstörung von Bauwerken und die Störung öffentlicher Betriebe zur Last gelegt.

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 sollen K. und andere Militärs den Plan geschmiedet haben, die Erdgasleitungen zu zerstören. Dafür sei eine Gruppe aus mehreren Berufstauchern, einem Skipper und einem Sprengstoffexperten gebildet worden, die K. angeführt haben soll.

Am 4. September 2022 ist K. laut Angaben mit einem gefälschten ukrainischen Reisepass über Polen nach Deutschland eingereist. Danach sei er mit den anderen Gruppenmitgliedern auf eine hochseetaugliche Segeljacht gegangen. Dieses Boot sei mit Hilfe gefälschter Ausweise über Mittelsmänner bei einer deutschen Firma in Rostock angemietet worden.

Mit dem Schiff soll die Gruppe dann größere Mengen militärisch verwendbaren Hochleistungssprengstoff in internationalen Gewässern bis in die Nähe der dänischen Insel Bornholm gebracht haben. Dort sollen sie auf dem Meeresgrund Sprengsätze mit Zeitzündern an den Gasleitungen angebracht haben. Diese seien am 26. September 2022 explodiert und hätten schwere Schäden an beiden Pipelines verursacht.

Über die Anklage gegen K. und ob es zu einem Prozess kommt, entscheidet jetzt das Oberlandesgericht Hamburg.

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