Bundesliga-Klubs hoffen auf Spenden der Abo-Fans

Rapid-Fans beim Gastspiel in Hartberg. Wann wir solche Szenen in Österreich wieder sehen dürfen, ist aktuell unklar.
Rapid-Fans beim Gastspiel in Hartberg. Wann wir solche Szenen in Österreich wieder sehen dürfen, ist aktuell unklar.Bild: GEPA-pictures.com
Die Zuschauermagneten der Bundesliga zittern vor möglichen Rückzahlungen an Abonnenten, hoffen auf Unterstützung der Fans.

Die Bundesliga-Klubs müssen in Zeiten des Corona-Stillstands um Gelder der TV-Partner und Sponsoren bangen. Geisterspiele wären eine mögliche Lösung, dabei gingen aber die wichtigen Einnahmen von Heimspielen (Tickets, Gastronomie) verloren, teure VIP-Abos und Saisonkarten-Halter müssten entschädigt werden.

Noch ist kein Ende in Sicht. Die Coronavirus-Pandemie hält die Welt in Atem und gefährdet die Pläne der Liga, die angebrochene Saison im Frühsommer noch regulär beenden zu können. Zehn Spiele der Meisterrunde und im Abstiegs-Play-off sind für jeden Klub jeweils ausständig.

Geisterspiele oder sogar ein Abbruch stehen im Raum. In beiden Fällen würden die oben beschriebenen Rückzahlungen an Abonnenten die Klubs teuer zu stehen kommen. Die "APA" fragte bei den Vereinen nach. Der allgemeine Tenor: Sie hoffen auf die Hilfe der Fans.

Die Reaktionen der Klubs



Rapids Geschäftsführer Christoph Peschek wird zitiert, ihn hätten "zahlreiche Abonnenten proaktiv via Social Media oder E-Mail angeschrieben und mitgeteilt, dass sie von ihrem Herzensklub sicher kein Geld zurückfordern werden". Ähnliches berichtet Sturm-Geschäftsführer Thomas Tebbich. Er spricht von einer "positiven Stimmung des Zusammenhalts".

Tabellenführer LASK habe ebenfalls "erste Rückmeldungen von Dauerkartenbesitzern erhalten, die in diesen Fällen auf eine Rückzahlung verzichten würden". Die Wiener Austria verweist hingegen nur auf die Gültigkeit der Abos, auch bei neuen Spielterminen, weicht damit den beiden Szenarien etwas aus. Altach hätte bereits eine eigene Idee, wolle die aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht verlautbaren.

Liga-Krösus Red Bull Salzburg wollte sich zur "APA"-Anfrage nicht über die Vorgehensweise bei Abbruch oder Geisterspielen äußern.

Unklare Meisterfrage

Welche sportlichen Folgen ein Abbruch hätte, bleibt übrigens vorerst unklar. Gibt es einen Meister? Wer steigt ab, wer auf? Wer spielt kommende Saison im Europacup? Noch gibt es keine Antworten. Der Original-Wortlaut der jüngsten Bundesliga-Aussendung am Dienstag:

Zum Szenario "Meisterschaftsabbruch" möchten der ÖFB und die Österreichische Fußball-Bundesliga Folgendes festhalten:

Weder in den FIFA-, ÖFB- oder Bundesliga-Bestimmungen ist geregelt, wie die Meisterschaften zu werten sind, wenn diese nicht planmäßig zu Ende gespielt werden können. Der ÖFB und die Bundesliga prüfen derzeit anhand der bestehenden Bestimmungslage und Rechtsordnung die Folgen, sofern die Meisterschaften nicht fortgesetzt werden können. Das zuständige beschlussfassende Gremium ist in diesem Fall das ÖFB-Präsidium. Dieses kann, vergleichbar mit den aktuellen Gesetzesänderungen durch die Bundesregierung aufgrund von COVID-19, Änderungen der Verbandsbestimmungen vornehmen.

Mit heutigem Stand gibt es keine Beschlüsse zu diesem Thema. Abzuwarten bleibt darüber hinaus, wie die Diskussionen auf internationaler Ebene verlaufen und ob daraus konkrete Vorgaben bzw. Empfehlungen seitens der FIFA oder der UEFA resultieren.

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