Kurioser Vorfall in Salzburg: Zwei befreundete Mütter aus Tirol und Wien wollten ihre beiden 13-jährigen Burschen zu einem Alpenvereins-Jugendcamp in Salzburg anmelden. Dieses wurde mit den Worten "Abenteuer für alle" beworben.
Was damit tatsächlich gemeint war, hatten die beiden Frauen offenbar überlesen. Man wäre einfach erleichtert gewesen, dass man die Kinder wo untergebracht habe, wo sie zelten, raften, klettern und am Lagerfeuer sitzen können, hieß es in einem Bericht der "Salzburger Nachrichten".
Erst als kurz vor dem Campstart eine E-Mail eintrudelte, dämmerte es den Müttern, was der Slogan tatsächlich bedeutete. Es sei nach einem "Arsenal an Medikamenten", speziellen Hygieneartikeln und ärztlichen Verschreibungen gefragt worden. Erst dann kam die Frage auf, warum ein Camp mit 16 Kindern so viele Betreuerinnen und Betreuer benötige.
Auf Nachfrage wurde den Müttern mitgeteilt, dass es sich um ein inklusives Camp für Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen handelt. Das anfängliche Problem: Die beiden Burschen wären die einzigen Kinder ohne Behinderung gewesen, die sich angemeldet hätten.
Ein anderes Ferienlager zu buchen, sei nicht mehr möglich gewesen. Gegen eine Absage wehrten sich die beiden Burschen. So ging es für die beiden 13-Jährigen schlussendlich in das inklusive Camp.
Dort angekommen seien sie bereits beim Zelteaufbauen von einem anderen Teilnehmer mit dem Satz: "Ihr seid’s aber nit behindert", begrüßt worden. Am Ende konnten die Mütter aber erleichtert sein. Ihre beiden Söhne hätten – auch wenn das Wetter schlecht war – eine gute Zeit im Ferienlager gehabt. Und die anderen Teilnehmer ebenso.
Auch einen neuen "Brieffreund" hätten sie gefunden. Zudem seien auch die Betreuer sehr froh darüber gewesen, dass sich nach Jahren endlich einmal Jugendliche ohne Behinderung für das Ferienlager angemeldet hatten.