Nach dem Stopp des Lobau-Tunnels halten Aktivisten weiterhin die Baustelle für die Stadtstraße in der Hausfeldstraße (Donaustadt) besetzt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz fordern NGOs und Experten, die Baupläne dementsprechend anzupassen. Laut Michael Schwendinger, Experte des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ), sei das Projekt als vierspurige Verbindungsstraße zwischen zwei Autobahnen geplant gewesen, die es so nicht mehr gibt: "Wir brauchen sie in dieser Dimension nicht.“
Für die Stadterweiterung in der Donaustadt hält Schwendinger ein Gesamtkonzept für ein ausgebautes Busliniennetz für nötig: "Man muss Strukturen so schaffen, dass es für Menschen möglichst einfach ist, zu Fuß, mit dem Rad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein."
Auch eine Busspur auf der Südosttangente sei laut Schwendinger nicht verboten. Dazu solle die Straßen- und die Schnellbahn ausgebaut werden, auf lange Sicht empfiehlt der Experte, auch über den viergleisigen Ausbau der Ostbahnbrücke nachzudenken. Seitens von Greenpeace wurde ein rascher Ausbau des Straßenbahnnetzes und leistungsstarke Schnellbusse gefordert, die Querverbindungen in den Flächenbezirken ermöglichen.
Dass die Stadtstraße eben nicht alternativlos ist, führte Gregor Schamschula, Umweltjurist von ÖKOBÜRO, aus. Dafür brauche es ein abgeändertes Verkehrskonzept passend zum Stadtentwicklungsprogramm. Dafür wäre auch keine neue Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig, es würde ein Änderungsantrag zur UVP genügen. "Das ist ein juristischer Ausweg, der sowohl eine nachhaltige Mobilitätspolitik als auch den raschen Bau von leistbarem Wohnraum möglich macht," so Schamschula.
Ablehnung für diesen Vorschlag kam von Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) per Aussendung. Eine UVP-Änderung würde jahrelange Verzögerungen bedeuten, da eine "geringfügige Abänderung“ nicht möglich sei. Das komplette Verfahren müsste neu aufgerollt werden, so Sima.