Mit 30 Jahren ist am Saisonende Schluss. Das hat Niklas Süle im "Spielmacher"-Podcast bekannt gegeben. Nach einer Karriere voller Aufs und Abs. Nach 49 Länderspielen für Deutschland, nach dem Sieg in der Champions League mit Bayern, nach fünf Meistertiteln mit den Münchnern. Andererseits wurde Süle oft kritisiert, ihm wurden Gewichtsprobleme nachgesagt, sein Top-Gehalt von kolportierten 14 Millionen Euro immer wieder angeführt.
Gerade das Image des "übergewichtigen" Fußballers, der gerne auch einmal beim McDonald´s vorbeischaut, zieht sich durch Süles Karriere. Das ging so weit, dass sich der heute 30-Jährige während seiner Bayern-Zeit unter Star-Coach Jupp Heynckes wöchentlich wiegen musste. "Er war ein Riesen-Lehrer für mich. Ich habe gespielt, aber er hat das Thema Gewicht auch angesprochen. Wir hatten donnerstags bei Bayern Wiegen. Ich habe den ganzen Mittwoch nichts gegessen, immer gefastet. Und bin abends bei mir daheim immer noch in die Sauna gegangen – mit Regenjacke", erzählte Süle nun, wie er trickste, um sein Gewicht nach unten zu bekommen.
Die Kilos purzelten tatsächlich. "Am nächsten Tag hatte ich zweieinhalb Kilo weniger. Das ist extrem. Die Sauna war im Keller. Ich musste nach einem Tag ohne Essen und mit Regenjacke in der Sauna drei Stockwerke hoch in unser Schlafzimmer. Da habe ich das Fenster aufgerissen, habe mich rausgelehnt und erst einmal zehn Minuten geatmet, weil ich dachte, ich kippe gleich um", erinnerte sich der Star-Innenverteidiger weiter.
So konnte Süle auch am Wochenende spielen. "Ja schau, jetzt hast du viel besser gespielt", habe Heynckes dann zu ihm gesagt. "Ich hatte aber ja genau das gleiche Gewicht", so Süle.
Aber bereits mit "17 oder 18 Jahren", sei sein Gewichtsproblem erstmals thematisiert worden, damals als junges, hoffnungsvolles Talent bei Hoffenheim. Trainer war damals Markus Gisdol. Der teilte das Team in drei Gruppen ein: "Die, die gespielt haben, gehen raus und laufen aus. Die, die nicht gespielt haben, machen Spielersatztraining. Und du, Niklas, du bist Trainingsgruppe drei, weil mit 100 Kilo kann man keinen Fußball spielen." Er musste dann Läufe absolvieren. "Für meinen weiteren Karriereweg war das sehr hilfreich", schilderte der Star-Innenverteidiger. Strenge Trainer seien immer besser für ihn gewesen, die hätten ihm "in den Arsch getreten", er habe dann aber immer gespielt.