Caritas-Chef findet Kritik an Tirol "ekelhaft"

Die Kritik am Tiroler Coronakrisen-Management reißt nicht ab. Der Caritas-Chef des Bundeslandes findet dies "ekelhaft" und fordert, dass das "Bashing" gestoppt wird.
Die scharfe Kritik an den Tiroler Behörden reißt nicht ab. Weder die Abreise aus den abgeschotteten Gebieten im Paznauntal, noch der Umgang mit der Situation in Ischgl (Stichwort Barkeeper, Infektionsherd für ganz Europa) scheint optimal gelaufen zu sein. Dass die Verantwortlichen da stets betonen: "Die Behörden haben alles richtig gemacht", besänftigt die Kritiker nicht.

Im nun ebenfalls abgeriegelten Ort in Sölden soll wieder eine Apres Ski-Bar Ausgangspunkt vieler Corona-Infektionen gewesen sein.

Anschober schaut es sich an

Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) ist bei einer Pressekonferenz am Dienstag auf die Sache angesprochen worden. Er lässt gerade alle Informationen dazu erheben, um sich selbst ein Bild machen zu können, antwortete er.

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Prinzipiell sei er aber überzeugt, dass alle Verantwortlichen in dieser außergewöhnlichen Situation ihr Bestes geben. Dass es auch da - oder gerade da - zu Fehlern kommen kann, ist schließlich menschlich.

Anschober verspricht: Es werde die Zeit kommen, um sich die Vorgänge ganz genau zu analysieren, Verbesserungspotenziale zu finden und Konsequenzen zu ziehen.

Caritas findet Kritik "ekelhaft"

Ein bisschen aggressiver reagiert man in Tirol auf die Kritik. Nach wie vor. Auf Twitter wundert man sich zum Beispiel gerade über den Tiroler Caritasdirektor Georg Schärmer. Er postete auf Facebook ein Statement.

"Seit gestern steigern sich die Vorwürfe gegenüber der Tiroler Landesregierung und den Behörden. Ich finde das ekelhaft und es zeigt für mich auf, dass die notorischen Besserwisser niemals in einer ähnlichen Situation und Verantwortung gestanden sind", schreibt er.



"Stopp dem Bashing"

Schrämer scheint kein Freund der kritischen Berichterstattung zu sein. "Stopp dem Bashing", fordert er. "Das Verbreiten von schlechter Stimmung und von Schuldzuweisungen kränkt und macht unser Land krank."

Die Verantwortlichen seien seit über drei Wochen im Dauerstress, weiß Schrämer. "Dass dabei Fehler passieren, vielleicht auch manches übersehen wird, ist nachvollziehbar." Kritik ja, lässt er zu. aber: "Zur rechten Zeit."

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