Rede vor US-Kongress

Charles beschwört US-britische Allianz

König Charles III. rief im US-Kongress zum westlichen Zusammenhalt auf - und widersprach Trump indirekt bei NATO und Klimawandel.
Nick Wolfinger
29.04.2026, 10:40
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Mit stehenden Ovationen wurde König Charles III. am Dienstag im US-Kongress empfangen. In seiner mit Spannung erwarteten Rede betonte der britische Monarch die tiefe Verbundenheit zwischen Großbritannien und den USA: "Immer und immer wieder haben unsere beiden Länder Wege gefunden, wieder zusammenzufinden."

Dispute hätten die gemeinsame Geschichte zwar geprägt, doch als Ergebnis der gemeinsamen Tradition seien beide Länder "instinktiv gleichgesinnt", so Charles. Er ist erst der zweite britische Monarch nach seiner Mutter Queen Elizabeth II., der vor dem US-Kongress sprechen durfte.

Indirekte Kritik an Trump

Charles nutzte seine offiziell unpolitische Rede auch, um mehreren Aussagen von US-Präsident Donald Trump indirekt zu widersprechen. Er wies auf die Gefahr des Klimawandels hin, den Trump praktisch leugnet, und betonte die Bedeutung der NATO sowie der Verteidigung der Ukraine.

"Dieselbe unerschütterliche Entschlossenheit ist erforderlich, um die Ukraine und ihr mutiges Volk zu verteidigen", sagte Charles vor dem Kongress. Trump hatte zuletzt mehrfach damit kokettiert, die US-Mitgliedschaft in der NATO zu beenden.

U-Boot-Glocke als Geschenk

Auch beim Geschenk wurde es persönlich und symbolträchtig: König Charles überreichte Trump beim Staatsbankett die Glocke des britischen U-Boots HMS "Trump" aus dem Jahr 1944. Dass das Kriegsschiff denselben Namen trägt, ist Zufall – alle Boote dieser Klasse begannen mit "T". Für den Monarchen steht das Präsent dennoch für die lange militärische Zusammenarbeit und die gemeinsame Geschichte beider Länder.

Trump schwärmt von Charles

Bei einer Militärparade im Garten des Weißen Hauses empfing Trump das Königspaar zuvor mit warmen Worten. "In den Jahrhunderten seit unserer Unabhängigkeit gab es für die Amerikaner keine engeren Freunde als die Briten", sagte der Präsident. Persönlich wurde es, als Trump von seiner schottischen Mutter erzählte: "Meine Mutter war verliebt in Charles."

Königin Camilla setzte modisch ein Zeichen - sie trug eine Brosche mit den verschlungenen Flaggen beider Nationen. Für Lacher sorgte Charles mit einem Oscar-Wilde-Zitat: "Wir haben heutzutage wirklich alles mit Amerika gemeinsam, außer natürlich die Sprache."

Trump ganz handzahm

Charles und Camilla befinden sich seit Montag und noch bis Donnerstag auf viertägigem Staatsbesuch in den USA. Trump hielt sich bei allen offiziellen Auftritten mit dem Königspaar auffallend zurück: Keine Sticheleien gegen die aktuelle britische Regierung, die er im Iran-Krieg noch heftig wegen angeblich fehlender Unterstützung kritisiert hatte.

Stattdessen wirkte der US-Präsident fast schon entspannt und genoss den royalen Glanz – ganz so wie bei seinem Staatsbesuch im Vereinigten Königreich im vergangenen September.

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