KI und Politik

ChatGPT würde die Grünen wählen

Eine Studie zeigt: Künstliche Intelligenz hat eine politische Tendenz - und die geht klar nach links. Forscher warnen vor Einflussnahme.
Technik Heute
08.03.2026, 16:57
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Welche Partei würde eine Künstliche Intelligenz wählen? Forscher der Hochschule für angewandte Wissenschaften München haben genau das untersucht - und die Ergebnisse dürften so manchen überraschen.

Für ihre Studie ließen die Wissenschaftler die KI-Modelle ChatGPT, Grok und DeepSeek die 38 Thesen des deutschen Wahl-O-Mats zur Bundestagswahl 2025 beantworten. Um zufällige Schwankungen auszuschließen, wurde jede These 100-mal auf Deutsch und Englisch beantwortet.

Wie forschung-und-wissen.de berichtet, tendieren alle drei KI-Modelle politisch zum Mitte-links-Spektrum. Ihre Antworten deckten sich am stärksten mit den Positionen der Grünen und der SPD. Die geringste Übereinstimmung gab es mit der AfD.

KI antwortet oft ausweichend

Auffallend war, dass die KI-Modelle bei vielen Thesen mit "neutral" antworteten, anstatt eine klare Position zu beziehen. "Diese Tendenz ist aber nur leicht ausgeprägt, eher eine Orientierung als eine harte Parteilichkeit", erklärten die Forscher. Trotz der häufig neutralen Antworten ließen sich klare Muster erkennen.

Dabei zeigten sich Unterschiede zwischen den Modellen: Grok von Elon Musks xAI war das einzige mit einer bemerkenswerten Zahl an Nichtantworten und den höchsten Abweichungen. DeepSeek aus China zeigte hingegen das konsistenteste Verhalten mit kaum Schwankungen zwischen den Durchgängen.

Forscher warnen vor Einflussnahme

Die Ergebnisse sind brisant, weil immer mehr Menschen KI-Chatbots auch für politische Informationen nutzen. "Wir laufen Gefahr, dass die KI nur bestimmte Perspektiven spiegelt. Langfristig besteht so auch das Risiko politischer Einflussnahme", warnen die Wissenschaftler.

Ihre Forderung: Europa brauche eigene, unabhängige KI-Modelle. "Wir brauchen Ansätze für unabhängige, europäische KI-Modelle, die auf Transparenz und einer bewussten Vielfalt an Daten basieren", so die Forscher der Hochschule München.

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