Die chinesische Regierung will den Zugriff auf die fortschrittlichsten KI-Modelle des Landes massiv einschränken. Bei Gesprächen mit Tech-Giganten wie Alibaba, ByteDance und dem Start-up Zhipu AI wurden mögliche Beschränkungen sowohl für Closed-Source- als auch für offenere Modelle erörtert.
Die Beratungen unter Leitung des Handelsministeriums zeigen: Peking betrachtet Künstliche Intelligenz mittlerweile als kritisches nationales Gut, das staatlicher Kontrolle bedarf - ähnlich wie Washington dies tut.
Wie heise.de unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurde bei den Treffen auch diskutiert, den Diebstahl von KI-Technologie als Straftatbestand in das nationale Sicherheitsgesetz aufzunehmen. Zudem ging es um neue Regeln, wer heimische KI-Start-ups finanzieren darf.
Der genaue Umfang der geplanten Maßnahmen ist noch unklar. Laut zwei Quellen könnten sie möglicherweise nur auf künftige KI-Modelle angewandt werden. Wann oder ob die Regeln überhaupt in Kraft treten, ist offen.
Chinesische Rechtsexperten haben bereits ein Mehr-Stufen-System vorgeschlagen: Einfache Open-Source-Modelle sollen nur einer Meldepflicht unterliegen, fortgeschrittenere Modelle einer Sicherheitsüberprüfung - und die Spitzenmodelle dürfen entweder gar nicht oder nur im Inland genutzt werden.
Die Entwicklung zeigt die wachsenden Spannungen im globalen KI-Wettbewerb. Während China nun Beschränkungen für ausländische Nutzer prüft, haben die USA zuletzt ihre eigenen Exportkontrollen für hochentwickelte KI-Modelle verschärft.
Die chinesischen Behörden haben erst vor wenigen Wochen weitreichende Vorschriften erlassen, die Auslandsgeschäfte mit chinesischer Technologie und Daten strenger kontrollieren. Diese könnten nun weiter verschärft werden.