Donald Trump spricht nach seinem China-Besuch von einem großen Erfolg. Der US-Präsident verkündete mehrere neue Handelsvereinbarungen mit der Volksrepublik – darunter offenbar auch einen milliardenschweren Boeing-Deal.
Seit Mittwoch hält sich Trump zu Gesprächen in Peking auf. Nun zog er eine positive Bilanz seiner Reise. Bei einem Spaziergang durch die Gärten von Zhongnanhai nahe der Verbotenen Stadt erklärte der Republikaner, bei dem Besuch sei "viel Gutes" erreicht worden. Das sei "großartig für beide Länder".
In einem Interview mit dem Sender Fox News sprach Trump sogar von "fantastische Handelsabkommen" mit China. Demnach soll Staatschef Xi Jinping dem Kauf von 200 Boeing-Flugzeugen zugestimmt haben. Laut Fox News handelt es sich dabei um Passagiermaschinen des Typs Boeing 737. Trump betonte, der Auftrag werde zahlreiche Arbeitsplätze in den USA sichern.
Im Vorfeld hatten Analysten der Investmentfirma Jefferies sogar mit bis zu 500 zusätzlichen Flugzeugen für China gerechnet. An der Wall Street sorgten die Berichte dennoch für Turbulenzen: Die Boeing-Aktie verlor zeitweise mehr als vier Prozent.
Trump erklärte zudem, China habe Interesse an zusätzlichen Importen aus den Vereinigten Staaten signalisiert. Dabei gehe es unter anderem um Erdöl und Sojabohnen. Während des Handelsstreits mit den USA hatte Peking die Einfuhr amerikanischer Sojabohnen massiv reduziert und stattdessen verstärkt auf Lieferungen aus Brasilien gesetzt.
Auch beim Thema Iran habe es Gespräche gegeben. Laut Trump stellte Xi Unterstützung bei der Öffnung der Straße von Hormus in Aussicht. Die wichtige Schifffahrtsroute ist seit Beginn des Iran-Kriegs weitgehend blockiert. In dem Interview zitierte Trump den chinesischen Präsidenten mit den Worten: "Wenn ich in irgendeiner Weise helfen kann, würde ich gerne helfen."
Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Handelswegen der Welt. Rund ein Fünftel der globalen Öl- und Gastransporte verläuft durch die Meerenge. China gilt als bedeutender Abnehmer iranischen Öls und drängt deshalb auf eine rasche Freigabe der Route. Das chinesische Außenministerium forderte eine möglichst schnelle "umfassenden und dauerhaften" Waffenruhe im Iran-Krieg sowie die Wiederöffnung der Schifffahrtswege.
Bereits am Donnerstag war bei dem Gipfeltreffen auch der Konflikt um Taiwan Thema. Xi warnte dabei, die Angelegenheit könne bei einer "falsch gehandhabten" Politik sogar zu einem Konflikt zwischen China und den USA führen. Neben Taiwan standen auch der Ukraine-Krieg und die Handelsbeziehungen auf der Agenda.
Für Freitag ist noch ein Arbeitsessen geplant, danach tritt Trump die Heimreise an. Es handelt sich um den ersten China-Besuch eines amtierenden US-Präsidenten seit fast zehn Jahren. Bereits 2017 hatte Trump die Volksrepublik während seiner ersten Amtszeit besucht.