Ihr Privatleben hielt Angela Merkel während ihrer Zeit als Bundeskanzlerin stets gut geschützt. Jetzt gewährt die 71-Jährige jedoch einen kleinen Einblick – und gesteht dabei auch ein kulinarisches Laster.
Auf die Frage, welche schlechte Angewohnheit sie sich gern abgewöhnen würde, antwortet die frühere CDU-Vorsitzende ehrlich: "Manchmal zu gern abends um zehn Bratkartoffeln zu essen."
Merkel spricht im Interview mit dem "Focus" auch über ihre Gartenarbeit. Die Erfolge seien "nicht so, wie ich es mir manchmal vorstelle", gibt sie zu. Manches gelinge, manches nicht. "Ich tröste mich damit, dass es auch von der Bodenbeschaffenheit abhängt."
Merkel hat nach wie vor ein Handy auf dem Nachttisch, aber nicht mehr wegen politischer Nachrichten. "Es ist einer der großen Vorteile, dass ich keine Sorge mehr haben muss, wegen einer politischen Sache nachts angerufen zu werden", so die Ex-Kanzlerin.
Dass sie das Amt 2021 niederlegte, bereut sie nicht: "Ich hatte ja die Freude, so lange Bundeskanzlerin zu sein, dass ich wirklich aus freien Stücken sagen konnte: Ich trete nicht wieder an. Es war rund."
Nach ihren Stärken gefragt, sagt Merkel: "Ich glaube, dass ich jedem erst einmal eine Chance gebe." Ihre schlechteste Eigenschaft? "Dass ich manchmal ungeduldig bin, wenn jemand zu lange spricht."
Auch von ihrer Blazer-Sammlung, die sie als Kanzlerin in verschiedenen Farben trug, hat sie sich teils getrennt. Die Kleidungsstücke seien "teils bereits entsorgt und teils noch im Kleiderschrank".
An Samstagen sei sie als Kanzlerin fast nie aus dem Haus gegangen und habe stattdessen in der Uckermark versucht, "mich auf den Boden der Tatsachen zurückzubewegen". Sie habe sich "sehr bewusst Ruheräume genommen" und auch regelmäßig Urlaub gemacht.