Ein eigentlich harmloses Reel bringt plötzlich ordentlich Unruhe ins Netz. Maria Schönleitner-Laus (@Curvemaria), eine 25-jährige Influencerin aus Wien, zeigt darin ihr Leben mit starkem Übergewicht – bewusst von der positiven Seite. Sie spricht über Liebe, gemeinsame Reisen, ihre Karriere und darüber, was sie alles erreicht hat. Die Botschaft: Auch mit starkem Übergewicht ist ein erfülltes Leben möglich.
Genau dieses Video greift Fitness-Influencer Christian Wolf auf – und meldet sich öffentlich zu Wort. Anfangs findet er noch lobende Worte und sagt, er finde es "richtig schön", dass sie ihre Liebe zeigt und reist. Doch dann wird er deutlich kritischer. "Ich frage mich aber trotzdem eine Sache", leitet er ein – und schildert seine eigene Erfahrung mit Übergewicht.
"Ich war dauernd am Schwitzen, ich konnte nicht mal mehrere Stockwerke gehen, ohne völlig außer Puste zu sein", sagt Wolf. Dazu seien Rückenschmerzen und ständige Müdigkeit gekommen. Für ihn steht fest: "All das war weg, als ich nicht mehr dicker war." Genau diese Seite fehle ihm im Video komplett.
Sein zentraler Punkt: "Welche Sachen schränken dich denn wirklich ein?" Diese Frage bleibe unbeantwortet. Wolf gibt zu, dass er selbst verstehen könne, warum man die positiven Seiten zeigt – gerade wenn man damit Geld verdient. Trotzdem stellt er klar: "Ob das am Ende der eigenen Community immer gut tut, das ist eben die Frage."
CurveMaria reagiert prompt und direkt. "Du hast dich nicht informiert", wirft sie ihm vor. Viele der angesprochenen Themen habe sie längst selbst behandelt. "Davon gibt es mehrere Videos auf meinem Account", stellt sie klar. Sie betont: "Ich sage meiner Community nicht, dass mein Übergewicht toll ist." Sie zeige ihr Leben, wie es ist – nicht geschönt, aber eben auch nicht nur negativ.
Dann wird es persönlich. "Ich bin krank", erklärt die Influencerin. Ihr Übergewicht begleitet sie seit frühester Kindheit. "Ich habe 50 Kilo abgenommen – mit Medikamenten", sagt sie. Doch die Wirkung habe irgendwann nachgelassen. Ein entscheidender Hintergrund, der im ursprünglichen Reel nicht vorkommt – und Wolfs Kritik zusätzlich Gewicht gibt.
Auffällig ist auch ihr Umgang mit Vorurteilen. Mit Aussagen wie "Natürlich bin ich unhygienisch und gehe nicht duschen" arbeitet sie bewusst mit Ironie, um Klischees aufzubrechen. Ihr Ziel: aufklären und zeigen, wie schnell Menschen abgestempelt werden. Der Streit zeigt, wie sensibel das Thema ist.